Hochgenuss mit Karassik

56 Musiker beim Konzertabend „Blech trifft Saiten“

Klangvoll: Das Eisenbahnblasorchester Bebra mit Dirigent Igor Karassik.

Weiterode. Seit 2006 ist es gute Tradition, dass das Mandolinenorchester Weiterode, der Posaunenchor der Bebraer Auferstehungskirche und das Eisenbahnblasorchester Bebra in „Ellis Saal“ am Samstag vor Totensonntag unter dem Motto „Blech trifft Saiten“ zu einem gemeinsamen Konzert einladen.

„Um Ihnen in dieser stillen Zeit ein klein wenig Freude zu bereiten“, wie Igor Karassik, der durch das Programm führende Dirigent aller drei Klangkörper betonte. Das gelang auch diesmal wieder in 25-facher, herausragender Weise. Angefangen beim Konzert-Walzer „Vineta-Glocken“ und dem „Spanischen Ständchen“, das das Mandolinenorchester seinen spanischen Freunden vom „Rondalla de Calpe“ widmete, bis hin zum „Washington-Post-Marsch“ des bestens disponierten Eisenbahnorchesters.

Aus der russischen Seele

Besonders bei den gezupften Stücken des mit 32 Aktiven aufspielenden, stärksten Mandolinenorchesters Nordhessens floss viel von der russischen Seele des Dirgenten in das Programm ein. Bei Balalaika-Klängen hatte man beim „Tanz der Wolgaschiffer“ förmlich vor Augen, wie der Schicksalsstrom dahinfließt und wie die Schiffer immer schneller tanzen. Auch mit dem sehr bekannten Walzer Nr. 2 aus der Jazz-Suite von Dmitri Schostakowitsch wussten die Mandolinen-, Mandolen-, Gitarren-, Geigen- und Kontrabass-Spieler zu überzeugen. Und natürlich mit dem „mit Pfiff“ vorgetragenen „Mandolinenexpress“ und der irischen Volksweise „Sally Gardens“, bei der Ines Rüdiger (Geige), Rudolf Klar (Bratsche) und Igor Karassik (Querflöte) solistisch hervortraten.

Hänsel und Gretel

Der mit 14 Bläserinnen und Bläsern musizierende Posaunenchor der Auferstehungskirche begann sein Programm fast schon olympisch mit „Bläserruf und Turmstück“. Neben Stücken wie „Segne uns, o Herr“ brachten die Bebraer auch bekannte Weisen wie „Kein schöner Land“ und „Abend wird es wieder“ in vielstimmiger Farbigkeit zu Gehör. Besonders viel Beifall erhielt ihre Zugabe „Prayer“ aus der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck.

Ganz andere Akzente setzten die 20 Männer und Frauen des Eisenbahnblasorchesters. Bei ihnen standen Märsche und Polkas wie die Oppacher Polka – ein „Musikerlebnis mit Wohlfühleffekt“ – im Mittelpunkt. Aber auch zu einer „Dancing Party“ und zu einem Ausflug an den Strand von Acapulco nahmen sie das überwiegend ältere Publikum mit, ehe ihr Konzertteil mit Goldies vom großen Billy Vaughn, zwei heftig beklatschten Zugaben und einem Hoch auf den kürzlich 56 Jahre alt gewordenen, musikalischen Tausendsassa Igor Karassik ausklang.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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