Hardy Suchland hat die ersten Tiere in Rotenburg gesichtet

Hobby Naturfotografie: Einen Biber vor der Linse

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Neu an der Rotenburger Fulda: Ein Biber-Paar hat sich möglicherweise in der Fachwerkstadt angesiedelt. Seine Burg zwischen neuer Fuldabrücke und Wittichsteg wurde nach Angaben von Hardy Suchland bei Hochwasser weggespült.

Rotenburg. Angenagte Äste an der Fulda bei Rotenburg – für Hardy Suchland sind sie ein eindeutiges Zeichen: Der Biber siedelt sich wieder in Rotenburg an. Schon im März hat der Hobby-Naturfotograf die ersten Anzeichen von Bibern entdeckt.

„Zwischen neuer Fuldabrücke und Wittichsteg hatte sich ein Paar eine Burg gebaut“, sagt er. Seit dem Hochwasser ist der Bau verschwunden. Vor Kurzem hat der Rotenburger einen Biber beim Schwimmen beobachtet.

Eigentlich wollte Suchland an diesem Morgen an der Fulda ein Eisvogel-Paar fotografieren. Vor die Linse schwamm ihm dann jedoch ein Biber. „Leider sind die Bilder verwackelt“, sagt der Rotenburger. Erst war die Kamera falsch eingestellt, dann hatte der Hobby-Fotograf mit Gegenlicht zu kämpfen.

Von Bibern bei Rotenburg wusste der Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes Hersfeld-Rotenburg, Michael Herzog, bisher noch nichts. Vorstellbar sei es aber, denn: „Der Uferbereich der Fulda bei Rotenburg ist seit der Renaturierung ein Paradies für Biber.“

Suchland freut sich über die verwackelten Biber-Bilder: Schließlich seien sie der erste Fotobeweis für Biber in Rotenburg. „Einen Biber zu sehen ist ein echter Glücksfall“, sagt auch Herzog. Die nachtaktiven Vegetarier seien eher scheu.

Ob die Anhäufung von Ästen – die Suchland mit der Kamera festgehalten hat – tatsächlich eine Biber-Burg war, kann Herzog nicht sagen. „Eine Burg bauen Biber erst als Paar, um ihren Nachwuchs aufzuziehen“, sagt der Naturschützer. Bisher seien nur Einzeltiere an der Fulda flussabwärts von Friedlos bekannt. Als solche bauen sie keine Burgen, sondern legen sich Röhren im Uferbereich an.

Gegen eine Biber-Burg an der Rotenburger Fulda spreche außerdem die Größe. „Weil die Biber darin ihren Nachwuchs schützen wollen, sind sie eigentlich geräumiger“, sagt Herzog. Ein Wurf umfasst bei Bibern bis zu drei Zöglingen. Die jungen Biber leben bis zu ihrem dritten Lebensjahr bei den Eltern. „Dann sind sie geschlechtsreif und ziehen weiter“, sagt Herzog.

Eine neue Biber-Burg hat Suchland bei seinen Foto-Ausflügen an der Fulda seit dem Hochwasser noch nicht entdeckt. „Weil gerade viel Bewuchs ist, sind Bisse auch schlecht zu sehen“, sagt der Rotenburger. Im Herbst seien die Spuren der Biber wieder besser zu erkennen.

„Im Sommer ernährt sich der Biber von krautigen Pflanzen“, erklärt Herzog. Bäume verspeisen Biber hingegen im Winter. „Um einen zehn Zentimeter dicken Baum zu fällen, braucht ein Biber ungefähr eine Nacht“, sagt er. (vko)

Quelle: HNA

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