Geteiltes Echo auf möglichen Mindestlohn

Hersfeld-Rotenburg. Von der Einführung eines flächendeckenden Mindestslohns von 8,50 Euro würden im Kreis Hersfeld-Rotenburg über 13 000 Menschen profitieren. Die Kaufkraft würde um fast 30 Millionen Euro steigen.

Das hat eine Studie des Pestel-Instituts ergeben. Dennoch stößt die nun mögliche Einführung des Mindestlohns durch eine CDU-SPD-Koalitions-Regierung im Kreis auf ein geteiltes Echo.

„Ich bin überzeugt, dass die Einführung richtig ist, allerdings reichen 8,50 Euro bei weitem nicht aus“, sagt die Geschäftsführerin von Verdi-Osthessen, Angelika Kappe. Beschäftigte im Einzelhandel, in Callcentern, bei Paketdiensten und in der Altenpflege würden davon profitieren.

Dennoch kämen sie bei 8,50 Euro und einer 40-Stunden Woche nur auf knapp 1500 Euro - immer noch sehr wenig Geld, sagt die Gewerkschaftlerin. „Man muss von seiner Arbeit doch leben können.“

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth plädiert für den Mindestlohn, „sonst wird die SPD den Koalitionsvertrag nicht mittragen können.“

Skeptisch äußert sich hingegen der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Dirk Bohn. „Wenn ein Mindestlohn das Ei des Kolumbus wäre, hätte man ihn doch schon längst eingeführt“, gibt er zu bedenken und warnt vor dem Eingriff in die Tarifautonomie. Im Handwerk lägen allerdings ohnehin die meisten Löhne bereits über 8,50 Euro. Einzig die Friseure würden davon profitieren und begrüßten deshalb die Pläne. Allerdings würde ein Mindestlohn die Flexibilität vieler Betriebe beim Einstellen von Aushilfskräften stark einschränken.

Ähnlich äußert sich der Leiter des IHK-Servicecenters im Kreis, Dieter Mertelmeyer. „Die IHK hält es nicht für richtig, wenn sich die Politik in die Tarifpolitik einmischt, dass sollte sie lieber den Tarifpartnern überlassen.“ Lesen Sie mehr in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung.

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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