Die Innenstadt von Bebra ist eine Baustelle: Erika Brath sorgt sich um die Sicherheit

Hindernislauf mit Rollator

Verletzte sich am Fuß: Erika Brath blieb mit dem Rollator am Kreisel in einem Loch stecken. Foto:  Meyer

Bebra. Weil die Bebraer Innenstadt umgebaut wird, gleicht sie vielerorts einer Baustelle. An der Kreuzung von Bismarckstraße und Lindenallee wurde ein provisorischer Kreisel mit Zebrastreifen eingerichtet, Ampeln wurden abgeschafft.

Die 79-jährige Bebranerin Erika Brath wurde hier fast in einen Unfall verwickelt und sorgt sich nun um die Sicherheit älterer Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. Wenn Erika Brath in die Innenstadt möchte, muss sie zunächst die Schienen überqueren. Beim Versuch, am povisorischen Kreisel über die Bismarckstraße zu gehen, blieb der Rollator in einer Asphaltvertiefung stecken. Da war wohl, wie sie berichtet, „ein Loch noch nicht zugeschmiert“. Als sie den Rollator befreien wollte, verletzte sie sich am Fuß. Zwei nette junge Männer, berichtet sie, wären aus dem Auto gestiegen und hätten ihr geholfen.

Seither hat sie Angst, allein in die Stadt zu gehen. Den Zebrastreifen über die Lindenallee hält sie für noch gefährlicher, denn die Autos, die diese Straße hinaufgefahren kämen, hätten ein solches Tempo, dass sie nicht halten könnten. „Wir müssen bis zum Kindergarten hinunterlaufen“, sagt Brath. Aber auch die Ampel dort hält sie für ungeeignet für ältere Leute: „Du drückst und machst einen Schritt, da ist schon wieder Rot.“ Eine Beschwerde bei der Stadtverwaltung, so Brath, blieb unbeantwortet.

Kreisel für flüssigen Verkehr

Bauamtsleiter Manfred Klöpfel hat Verständnis für die Situation älterer Leute, erklärte er gegenüber unserer Zeitung. Trotzdem verteidigt er die Zebrastreifen. Sie böten für Fußgänger eine hohe Sicherheit. Die Entscheidung für den Kreisel mit Zebrastreifen sei bewusst getroffen worden, weil sie für einen flüssigen Verkehr sorge. Der Zuspruch, so Klöpfel, sei sowohl von Fußgängern als auch von Autofahrern sehr hoch.

Dass inzwischen die Bürgersteige an den Zebrastreifen abgesenkt wurden, findet Erika Brath gut. Dennoch hat sie Angst und wartet lieber, bis jemand kommt, mit dem sie zusammen über die Straße gegen kann.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

Kommentare