Rotenburger Fernmelder helfen

Hilfe für kleinen Mursin: Afghanischer Junge musste operiert werden

Fernmelder mit dem kleinen Mursin und dessen Vater: Die Soldaten spendeten für eine Operation des Jungen und organisierten die Hilfe

Mazar-e Sharif/Rotenburg. 76 Soldaten des Rotenburger Führungsunterstützungsbataillons 286 sind Ende Oktober zu einem Einsatz in Afghanisatan verabschiedet worden. Am Dienstag erreichte uns über das Einsatzkommando der Bundeswehr folgender Bericht aus Mazar-e Sharif.

Ali Sayed Qorban aus Mazar-e Sharif arbeitet als Servicekraft in der Fernmeldekompanie im Camp Marmal. In einer Klinik stellten Ärzte seinem vierjährigen Sohn Mursin eine schwere Diagnose. Er hat einen Fremdkörper in der Lunge und ohne die notwendige Operation, die in Mazar-e Sharif jedoch nicht durchgeführt werden konnte, „müsse Mursin sterben“, sagten die Ärzte.

In seiner Verzweiflung wandte sich Ali Sayed Qorban an Oberstabsfeldwebel Jürgen W. und Hauptfeldwebel Guido W. (aus Sicherheitsgründen nennt die Bundeswehr keine kompletten Namen der Soldaten in Afghanistan) von der Fernmeldekompanie. Die beiden nahmen sich seiner an und schilderten den Fall dem leitenden Arzt des Feldlazaretts im Camp Marmal. Dieser nahm Kontakt zum behandelnden Arzt Mursins auf und stellte fest, dass ihm nur mit einer Bronchoskopie (Spiegelung der Bronchen mit Hilfe eines Endoskops) zu helfen ist. Dieser Eingriff konnte jedoch nicht im Feldlazarett der Bundeswehr durchgeführt werden, da keine kindgerechten Geräte vorhanden sind.

Die Angehörigen des Feldlazaretts im Camp Marmal wollten trotzdem helfen und stellten den Kontakt zu einer privaten Kinderklinik, dem „French Medical Institute“ in Kabul her. Doch schon gab es das nächste Hindernis zu überwinden. Eine Bronchoskopie kostet Geld und die Fahrt nach Kabul auch. Geld, das die Familie Qorban nicht hatte. Um auch diese Hürde zu nehmen, spendeten die Angehörigen der Fernmeldekompanie insgesamt 800 Dollar. Damit konnte ein Großteil der entstandenen Kosten aufgebracht werden.

Nach der erfolgreichen Operation und einem anschließenden, einwöchigen Erholungsaufenthalt in der Hauptstadt, kehrte die Familie glücklich und wohlbehalten zurück. Der kleine Mursin bedankte sich persönlich bei den Angehörigen der Fernmeldekompanie. Die Soldaten sind froh und stolz, einen Beitrag zum Glück dieser afghanischen Familie geleistet zu haben.

Quelle: HNA

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