Jährlich spenden bis zu zehn Menschen im Kreis Organe

718 Hessen hoffen auf ein Spenderorgan

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der Organspender im Kreis Hersfeld-Rotenburg schwankt stark. Zwischen einem und zehn Organspendern zählt man am Klinikum in Bad Hersfeld pro Jahr. Das erklärte Dr. Martin Grapengeter auf Anfrage. Er ist einer der drei für Transplantation Zuständigen neben Prof. Markus Horn und Dr. Reinhard Funck.

Die Zahl der Spender sinke ebenso wie die Zahl der geeigneten Organe, da diese häufig wegen weiterer Erkrankungen des möglichen Spenders nach dessen Hirntod nicht verwendbar seien. Früher war der verunglückte Motorradfahrer der klassische Organspender. Heute machen Unfallopfer nur noch 20 Prozent der Spender aus, erklärte der Mediziner. 80 Prozent der Spender litten vor dem Hirntod an Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Ähnlichem.

Zum 1. Juni 2014 warten nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen 718 Menschen auf ein neues Organ wie Niere, Leber, Lunge oder Herz. Bis zum 1. Juni 2014 wurde 99 Menschen ein neues Organ transplantiert. Die Gesamtzahl derjenigen in Deutschland, die auf ein Organ hoffen, liegt laut TK bei 10 639 Menschen.

Heute, zum Tag der Organspende, weisen viele Institutionen wie auch die TK darauf hin, dass das Thema in weiten Teilen der Bevölkerung noch nicht angekommen sei. Fast jeder Zweite wisse zu wenig darüber, um das Thema für sich selbst gut beurteilen zu können.

Etwa 120 Organspender gab es im vergangenen Jahr in der Region Mitte. Das ergibt sich aus der Statistik der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Vor vier Jahren waren es über 200 gewesen, die nach dem Hirntod ein oder mehrere Organe zur Verfügung stellten. Zur Region Mitte gehören Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 27 Organspender in der Region Mitte gezählt, halb so viele wie 2010.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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