Hessen Forst: Projektierer für Windkraftanlagen am Rehkopf soll im Januar feststehen

Vorranggebiet HEF_011: Die für Windkraftanlagen vorgesehene Fläche im Dreieck zwischen Licherode (nordwestlich), Oberellenbach und Sterkelshausen im Nordosten sowie Ludwigseck im Südosten ist 170 Hektar groß. Blau ist eine Fläche eingezeichnet, die der Gemeinde Alheim gehört, derzeit aber nicht für Windkraft vorgesehen ist. Grafik: SUN

Alheim / Ludwigsau. Die Vergabe des geplanten Windkraftfeldes am Rehkopf zwischen Alheim und Ludwigsau stößt vor Ort auf Kritik.

Der Landeswaldbetrieb Hessen Forst stellt gegenüber unserer Zeitung auf Nachfrage klar, dass es bei der Entscheidung für einen Bieter nicht nur um die Höhe der Pacht gehe.

Beim Landesbetrieb Hessen Forst in Kassel zeigt man sich verwundert über die Kritik an dem Bieterverfahren durch Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke und andere Vertreter aus der Region. „Wir hatten mit der Gemeinde Alheim einen sehr intensiven Dialog“, sagt der Abteilungsleiter für Liegenschaften, Detlef Stys. Hessen Forst habe der Gemeinde die Ausbietungsunterlagen vor der Eröffnung des Verfahrens geschickt, aber keine Reaktion oder gar Änderungswünsche erhalten.

100 Firmen angeschrieben

Der Landesbetrieb, dem die potenziellen Windkraftflächen am Rehkopf gehören, hat rund 100 Firmen angeschrieben, um ein Angebot für das Windfeld abzugeben. Sie konnten bis Anfang November ihre Unterlagen einreichen. Derzeit werden die vorliegenden Angebote bewertet, die Entscheidung soll laut Stys noch im Januar fallen. Hessen Forst behält sich noch ein so genanntes Last-Call-Verfahren vor, bei dem ausgewählte Bieter ihr Angebot noch einmal nachbessern können.

Der Landesbetrieb könne seine Flächen nur zum vollen Wert abgeben, betont Stys: „Das ist nicht nur im Interesse der Gemeinde Alheim, sondern des ganzen Landes, denn es geht hier um das Vermögen der Bürger.“

Bei der Vergabe spiele aber nicht nur die Pacht eine Rolle, sondern es gehe um ein überzeugendes Gesamtvorhaben. „Das ist eine sehr komplizierte Gemengelage“, sagt Stys. Neben Natur- und Artenschutzgutachten spiele auch die Finanzierung und das Betreiberkonzept eine Rolle.

Ob der Interessent den Windpark nur aufbauen oder auch selbst betreiben wolle, sei letztlich die Entscheidung des Interessenten. Soweit das aus den Angeboten abzuleiten sei, werde es bei der Entscheidung berücksichtigt. Schließlich stellt Hessen Forst dem ausgewählten Bieter die Flächen gegen ein Optionsgeld drei Jahre lang zur Verfügung - eine Garantie, dass in diesem Zeitraum gebaut wird, gibt es aber nicht.

„Wir achten darauf, wer über ein glaubwürdiges Konzept der kommunalen Wertschöpfung verfügt.“

Die Form der geplanten Bürgerbeteiligung, die schon in den Bewerbungsunterlagen ausdrücklich genannt wird, werde auch bei der Entscheidung für einen Bieter berücksichtigt. „Wir achten darauf, wer über ein glaubwürdiges Konzept der kommunalen Wertschöpfung verfügt“, sagt Stys, also zum Beispiel eine Bürgerbeteiligung vorsieht. Wünschenswert sei auch ein Betreibersitz vor Ort, damit die Gemeinde steuerliche Vorteile hat. Ob diese Absichtserklärungen aber letztlich eingelöst werden, darüber gibt es laut Stys immer eine gewisse Unsicherheit.

Die Bedeutung der Pacht dürfe man insgesamt nicht überbewerten, sagt Stys: „Das Gestattungsentgelt für den Flächeneigentümer spielt bei der Frage der Wirtschaftlichkeit der Anlage eine untergeordnete Rolle.“ Sie hänge in erster Linie von der Finanzierung der Windkraftanlagen und der Strompreisentwicklung ab, betont Stys.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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