Die Gruppe für Naturschutz und Vogelkunde Wildeck feierte ihr 50-jähriges Bestehen

Herzlich wie der Eisvogel

Sie wurden für 40 Jahre Treue zur Naturschutzgruppe geehrt (von links): Karl-Heinz Schmidt, Martha Weber, Gunther Schmidt, Horst Kröger, Lothar Gewehr und Hans Karl Schäfer. Fotos: Koch

Obersuhl. Geht es um Natur- und Vogelschutz, dann sei häufig von der Wildecker Gruppe die Rede, auch außerhalb des Landkreises. Das sagte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der Schirmherr des 50-jährigen Bestehens der Gruppe für Naturschutz und Vogelkunde Wildeck.

Unsere Umwelt braucht so engagierte Anwälte für die Natur“, lobte Schmidt die 327 Vereinsmitglieder beim Festkommers im Bürgersaal Obersuhl. „Ganze Schulklassen werden hier an die Natur herangeführt“, sagte der Landrat. Diese Arbeit sei daher besonders wertzuschätzen.

Nach dem Vorsitzenden Michael Gräf und seinem Stellvertreter Thomas Riemer erinnerte der Ehrenvorsitzende Walter Gräf an die Geschichte des Vereins. Er sprach von einer Aufbruchstimmung zur Zeit der Gründung 1964. Natur zu erhalten, heimische Tierarten wieder anzusiedeln und Ressourcen zu schützen rückte seinerzeit in den Fokus. So begann die Renaturierung des Naturschutzgebietes Rhäden, in dem heute rund 250 Vogelarten leben, sagte Gräf, der den Verein 42 Jahre führte.

Acht Kilometer Rundweg

Auf die gute Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden in Thüringen ist er besonders stolz: „Mit dem Fall der Mauer wurde der Rhäden zu einem grenzüberschreitenden Naturschutzgebiet.“ Heute präsentiert sich der Rhäden als voll erschlossenes Naturschutzgebiet mit acht Kilometer langem Rundweg und vier Beobachtungstürmen. Die Jugendgruppen zählen heute 150 Mitglieder: „Um das Geschaffene zu erhalten und weiterzuentwickeln, müssen wir darauf achten, dass uns der Nachwuchs nicht ausgeht, denn Naturschutz geht nicht von selbst“, sagte Walter Gräf.

Musikalisch umrahmt wurde der Festkommers von der Obersuhler Blasmusik, die 1975 aus einer Jugendnaturschutzgruppe entstand und seit 1986 eigenständig ist. Für den Nabu-Landesverband Hessen sprach die stellvertretende Vorsitzende Stefanie Stüber von den besonderen Ansprüchen an eine Naturschutzgruppe im ehemaligen Grenzgebiet. Das Erreichte sei daher besonders hoch zu schätzen.

Kooperation mit Schulen

Nabu-Landesjugendsprecher Jan Sachse erwähnte die gute Zusammenarbeit der Naturschutzgruppe Obersuhl mit den zwei ortansässigen Schulen. Die dort angebotenen Natur-Arbeitsgruppen seien schon für viele Schüler der Einstieg in die Vereinsarbeit gewesen. Für die Kooperation mit den Schulen verantwortlich ist Rhädenführer Ralf Frank. Er stellte Tiere aus dem Rhäden als Symbole für Charaktereigenschaften der Gruppe vor: Sie sei kommunikativ wie der Kolkrabe, herzlich wie der Eisvogel, motiviert wie der Grünspecht und zuverlässig wie das Mausohr.

Von Alexandra Koch

Quelle: HNA

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