Herz- und Kreislaufzentrum hat 2012 mehr Gewinn gemacht

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Klinik auf dem Berg ist über den Berg: „Wir haben die schwierigste Zeit hinter uns“, sagte Aufsichtsratschef Peter Klufmöller bei der Vorstellung des Jahresberichts 2012.

Rotenburg. Das Herz- und Kreislaufzentrum in Rotenburg steht wirtschaftlich gut da. Im vergangenen Jahr hat die Spezialklinik, die vor gut zehn Jahren insolvent war, bei Umsatz und Gewinn deutlich zugelegt.

„Das HKZ ist auf einem sehr guten Weg, wir haben die schwierigste Zeit hinter uns“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Klufmöller am Rande der Gesellschafterversammlung des Mutterunternehmens Pergola.

Der Umsatz habe von 59,4 Millionen Euro in 2011 um über zwölf Prozent auf 66,7 Mio. Euro zugelegt. Lag das Ergebnis im Vorjahr noch bei mageren 78.000 Euro, machte die Klinik 2012 über 950.000 Euro Gewinn.

Hauptgründe für die deutliche Verbesserung sei ein Chefarztwechsel in der Herzchirurgie Ende 2011, sodass inzwischen wieder mehr operiert wird, und die große Beliebtheit der Klinik in der arabischen Welt. Das hat dem Haus doppelt so viele ausländische Patienten gebracht, vor allem aus Libyen. „Wir können mit unserer großen Kardiologie nicht allein aus der Region leben, sondern brauchen das überregionale und internationale Publikum“, sagt HKZ-Geschäftführer Ulrich Hornstein.

Für die kommenden Jahre plant er mit weiterem Wachstum, jedoch etwas zurückhaltender. „Unser Haus ist 40 Jahre alt, und wir müssen an vielen Stellen investieren.“ Insbesondere die EDV solle auf Vordermann gebracht werden, um mit elektronischen Krankenakten im ganzen Haus schneller zu arbeiten und abgeschlossene Fälle auch schneller abzurechnen.

Als weitere große Investition plant das HKZ den Aufbau einer weiteren Station: Die Intensivüberwachungspflege (Intermediate Care, IMC) ist für jene Patienten da, die nicht unmittelbar auf die Intensivstation gehören, aber mehr Betreuung benötigen, als eine reguläre Station leisten kann. Auf der neuen Station wird sich eine Pflegekraft um vier Patienten kümmern, sagt Hornstein.

Der Aufbau der IMC wird das Haus im kommenden Jahr etwa 1,2 Millionen Euro kosten. „Die müssen wir wie alle Investitionen aus eigenen Mitteln stemmen“, sagt Klufmöller. Das HKZ erhält als private Klinik keine Förderung wie etwa öffentliche Häuser.

Steigende Abgaben

 Für 2013 rechnet Klufmöller schon jetzt mit einem Umsatzzuwachs auf etwa 75 Mio. Euro. Der Gewinn werde aber wegen steigender öffentlicher Abgaben und der geplanten Investitionen vermutlich stagnieren: „Da haben uns zu viele Sand ins Getriebe gestreut“, sagt Klufmöller.

Gut sehe die Situation auch bei der Pergola aus, die 2003 nach der Insolvenz mit 51 Millionen Euro Schulden gestartet ist. Davon ist inzwischen mehr als die Hälfte abgezahlt. Allein im vergangenen Jahr wurden die Schulden um zwei Mio. Euro reduziert. „Zugleich haben wir in den vergangenen zehn Jahren über 20 Millionen Euro investiert, die langfristige Entwicklung ist also gesichert“, sagt Klufmöller.

Von Marcus Janz

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Quelle: HNA

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