Offizielle Erklärung der Stadt steht noch aus

Hersfelder Festspiele: Intendant Freytag fristlos entlassen

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Holk Freytag

Bad Hersfeld. Der Magistrat von Bad Hersfeld hat Festspiel-Intendant Holk Freytag (70) fristlos Entlassen. Das beschloss das Gremium am Montagabend gegen die Stimmen von SPD und Grünen. Die Entlassung greift zum 3. August.

Freytag erfuhr kurz vor einem Einführungsvortrag und einer Lesung im Grebe-Keller von der Entlassung. Eine offizielle Erklärung der Stadt gibt es dazu noch nicht.

Presse-Erklärung Freytags zu seiner Entlassung

Freytag erklärte gegenüber unserer Zeitung, der Magistrat habe ihn auf Betreiben von Bürgermeister Fehling entlassen. Als Begründung habe dieser angeführt, Freytag habe bei der Vorlage des Spielplans für 2015 den Haushaltsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung für die Festspiele 2015 missachtet.

Mutmaßlich geht es dabei um 400.000 Euro, die Freytag in der Spielzeit 2015 einsparen soll. In der Sitzung der Festspiel- und Theaterkommission am Montag vergangener Woche hatte der Intendant dem Vernehmen nach dazu keine entsprechenden Zusagen gemacht.

Freytag hält die Vorwürfe für „aus der Luft gegriffen“. Fehling indes habe ihn immer wieder grundlos angegriffen, verleumdet und seine Arbeit für die Bad Hersfelder Festspiele behindert. „Dadurch hat Fehling den Festspielen nachweisbar schwer geschadet“, heißt es in Freytags Erklärung.

Dass die Festspiele in diesem Jahr trotzdem pünktlich und erfolgreich stattfinden konnten, sei nur der aufopfernden und großartigen Arbeit seiner Mitarbeiter vor, auf und hinter der Bühne geschuldet. „Bürgermeister Fehling unterstreicht mit seinem Vorgehen einmal mehr seine Kulturferne“, meint Freytag.

Die Stadt Bad Hersfeld hat für Dienstagvormittag eine Erklärung angekündigt.

Potenzielle Nachfolger

Als potenzielle Nachfolger für Festspielintendant Holk Freytag waren am Montagabend zwei Namen im Gespräch: zum einen der 53-jährige Martin Apelt aus Darmstadt, dessen Vertrag als Schauspieldirektor am örtlichen Staatstheater nach dem Wechsel des dortigen Intendanten nicht verlängert wurde. Über den gebürtigen Bremer schreibt das Darmstädter Echo, er habe „das Publikum nie verschreckt, aber auch nur selten herausgefordert.“

Zum anderen stünde gegebenenfalls auch der scheidende Intendant des Deutschen Theaters Göttingen, Mark Zurmühle, zur Verfügung.

Von Kai A. Struthoff und Karl Schönholtz 

Quelle: HNA

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