Bad Hersfelder Festspiele: Intendant Dieter Wedel bestätigt Vertragsverlängerung

Glückliche Gewinnerin: In der Gunst des Publikums stand Sandy Mölling ganz oben und erhielt den Zuschauerpreis. Ihren Dankesgruß übermittelte sie per Video aus Kalifornien (Foto links). Zur Bilanzpressekonferenz waren auch wieder mehrere TV-Teams gekommen.

Bad Hersfeld. Im ersten Jahr habe er noch etwas gefremdelt, doch das zweite „hat mir ganz große Freude gemacht", sagte Festspielintendant Dieter Wedel, ehe er die vom Magistrat der Stadt Bad Hersfeld beschlossene Verlängerung seines Vertrages bis zur Spielzeit 2022 bestätigte.

Das ohne Gegenstimme gefasste Votum der Stadträte wollte Wedel nicht alleine auf seine Person bezogen wissen, „sondern für das Team um mich herum, ohne das ich aufgeschmissen wäre“.

Zur gelösten Stimmung bei der Pressekonferenz im Stiftspark trugen auch die erfreulich hohen Zuschauerzahlen in der jetzt zu Ende gehenden Spielzeit bei: Mehr als 96 000 Besucher wurden vor dem letzten Wochenende bei den 154 Vorstellungen in der Stiftsruine, auf der Spielwiese, im Eichhof und im Theaterzelt gezählt, 18 000 mehr als im Vorjahr. „Das ist das beste Ergebnis in den letzten zehn Jahren“, stellte Wedel mit Stolz in der Stimme fest und verwies auf 3500 Menschen, die an manchen Tagen zu den Aufführungen in die Stadt geströmt seien.

Vergleichbar sind die Zahlen allerdings nicht wirklich, weil im vergangenen Jahr zwei Wochen kürzer gespielt wurde und entsprechend weniger Veranstaltungen stattfanden.

Nahezu perfekt

Nahezu perfekte Auslastungen von 96 beziehungsweise 99 Prozent verzeichneten in dieser Spielzeit Wedels Inszenierung von Arthur Millers „Hexenjagd“ und das Musical „My Fair Lady“. Letzteres stellte auch die Gewinnerin des Zuschauerpreises, für den erstmals im Online-Verfahren abgestimmt wurde. Sandy Mölling, gefeiert in der Rolle der Eliza Doolittle, lag in der Gunst des Publikums vorne und erhält den von Juwelier Matthias Laufer-Klitsch gestifteten und gestalteten Silber-Ring. Weil Mölling nach ihrer letzten Vorstellung bereits wieder nach Hause ins sonnige Kalifornien gereist war, wurde ihr Dank per Videobotschaft übermittelt.

Mehr als 80 Prozent der Plätze waren auch beim Familienstück „Krabat“ besetzt, bei dem zahlreiche Jugendliche aus Stadt und Umgebung mitgewirkt haben. Die Auslastung wäre höher gewesen, hätten die Schulen die Angebote der Vormittagsvorstellungen noch besser angenommen.

Annähernd 90 Prozent verzeichnete das Märchenstück „Die Goldene Gans“ im erstmals aufgebauten Theaterzelt neben der Stiftsruine. Die Komödie „Unsere Frauen“ im Eichhof war so gut wie ausverkauft.

Das schlechte Wetter ab Ende Juli verhagelte jedoch die Bilanz des zweiten Eichof-Stücks „Laurel & Hardy“ und der Aufführungen der „Sommernachts-Träumereien“ sowie der Komödie „Der Kredit“ auf der Spielwiese.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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