Alle Vorstellungen des zeitlosen Klassiker sind ausverkauft

Bad Hersfelder Festspiele: „My Fair Lady“ feiert Premiere

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Feine Gesellschaft: In die Kreise der Schönen und Vornehmen, wie hier auf der Rennbahn, soll das Blumenmädchen Eliza eingeführt werden.

Bad Hersfeld. Wer ordentlich spricht, hat’s leichter im Leben. Und selbst der hartgesottenste Junggeselle ist zu knacken, wenn er nur auf die richtige Frau trifft. Das sind die zeitlosen Wahrheiten, die im Musical-Klassiker „My Fair Lady“ seit Jahrzehnten die Zuschauer unterhalten.

George Bernard Shaws Schauspiel „Pygmalion“ diente als Vorlage, doch erst die wunderbare Musik von Frederick Loewe hat „My Fair Lady“ zum Evergreen gemacht, der sich bis heute kein bisschen abgenutzt hat.

Das 1956 uraufgeführte Musical strotzt nur so vor unvergesslichen Liedern und Melodien: „Es grünt so grün, „Mit ‘nem kleenen Stückchen Glück“ oder „Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“ sind nur einige wenige Titel aus einem bunten Strauß, der seinesgleichen sucht. Denn im Gegensatz zu vielen Musicals aus jüngerer Zeit gibt es hier nicht nur ein musikalisches Thema, das sich in Variationen durch das Stück zieht, sondern es folgt Hit auf Hit, jeder einzelne ein Ohrwurm.

Großmäuliges Berlinern

Die Geschichte vom Professor, der dem Blumenmädchen Sprachunterricht erteilt, um sie gesellschaftlich zu erhöhen, karikiert vordergründig den englischen Standesdünkel. Doch schon die Übertragung ins Deutsche, wenn aus dem Londoner Cockney-Akzent ein großmäuliges Berlinern wird, zeigt, dass die Fähigkeit, sich korrekt und gewählt auszudrücken überall auf der Welt auf die Leiter nach oben führt.

Weil „My Fair Lady“ darüber hinaus gekonnt gewitzte Weiblichkeit gegen männlichen Chauvinismus setzt und Bauernschläue gegen aristokratische Arroganz, ist für beste Unterhaltung gesorgt.

Feine Gesellschaft: In die Kreise der Schönen und Vornehmen, wie hier auf der Rennbahn, soll das Blumenmädchen Eliza eingeführt werden.

Wie gewohnt stehen beim Musical in der Stiftsruine große Namen auf der Bühne: Ilja Richter, Gunther Emmerlich, Gertraud Jesserer und Cusch Jung in der Doppelrolle von Regisseur und Henry Higgins stehen für gewohnt hohe Qualität. Und mit Sandy Mölling („No Angels“) gibt es eine Darstellerin zu entdecken, die vielleicht von manchem noch unterschätzt wird.

Wie gewohnt wird bei den Festspielen eine vollkommen neue Produktion auf die Beine gestellt. So verrieten Cusch Jung und Bühnenbildnerin Karin Fritz schon im Vorfeld, dass sie das Geschehen aus dem geschlossenen Raum ins Freie verlegt haben: Statt im Studierzimmer und vor der Oper wird in der Sommerfrische auf viel grünem Rasen gespielt.

Und selbstverständlich kommt die Musik in der Stiftsruine nicht aus der Konserve, sondern live aus dem Orchestergraben – dort dirigiert wie in den Vorjahren der Festspiel-erfahrene Christoph Wohlleben.

Alles ausverkauft

„My Fair Lady“ steht in diesem Jahr zum allerersten Mal auf dem Spielplan der Bad Hersfelder Festspiele. Entsprechend groß war die Nachfrage bei den Tickets: Schon lange vor der Premiere heute Abend waren sämtliche Vorstellungen ausverkauft.

Dennoch kann die Nachfrage lohnen: Es kommt immer wieder mal vor, dass reservierte Karten nicht abgeholt oder zurückgegeben werden. Diese Plätze kommen dann kurzfristig noch in den Verkauf an der Abendkasse.

Festspieler

Auf der Bühne: 

Sandy Mölling: Eliza Doolittle

Cusch Jung: Henry Higgins

Ilja Richter: Alfred Doolittle

Gunther Emmerlich: Oberst Pickering

Gertraud Jesserer: Mrs Higgins

Jessica Kessler: Mrs Pearce

Hinter der Bühne:

Cusch Jung: Regie

Karin Fritz: Bühnenbild

Ella Späte: Kostüme

Melissa King: Choreographie

Jörg Grünsfelder: Ton

Ulrich Schneider: Licht

Christoph Wohlleben: Musikalische Leitung

Quelle: HNA

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