Bad Hersfelder Carl-Peters-Straße soll umbenannt werden

Bad Hersfeld. Mit Empörung und Verägerung reagierten Teilnehmer der Bürgerversammlung zur geplanten Umbenennung der Carl-Peters-Straße in Bad Hersfeld auf die Tatsache, dass die Namensänderung längst beschlossene Sache ist.

Die von Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz (SPD) einberufene Informationsveranstaltung diente lediglich der Erfüllung eines mehrheitlich gefassten Parlamentsbeschlusses, war jedoch rechtlich von vornherein bedeutungslos.

In der Stadthalle prallten verschiedene Ansichten aufeinander: Auf der einen Seite betonten die Befürworter die längst überfällige Notwendigkeit, den Namen eines rassistischen Verbrechers vom Stadtplan zu tilgen. Auf der Gegenseite wurden nicht nur die durch eine Namensänderung enstehenden Umstände und Kosten beklagt, sondern auch die Vorgehensweise.

Bad Hersfeld ist neben Ravensburg und Ludwigshafen die letzte Stadt in der Bundesrepublik, die ihre Carl-Peters-Straße noch nicht umbenannt oder zumindest umgewidmet hat.

Carl Peters (1856 - 1918) war ein deutscher Kolonist mit stark ausgeprägter rassistischer Einstellung. Er gilt als Begründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Der seinerzeit braune Rat der Stadt Hersfeld benannte 1938 eine Straße nach Peters. Wie die Straße künftig heißen soll, dazu gibt es noch keinen Beschluss. (ks)

Quelle: HNA

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