Mit mehr Fahrstunden sicherer im Verkehr

Hersfeld-Rotenburg. In Deutschland fällt jeder dritte durch die theoretische Fahrprüfung und jeder Vierte durch die praktische. Hessen hat mit 22,14 Prozent die geringste Durchfallquote. Unsere Zeitung fragte bei Fahrschulen in der Region nach, wie die Ausbildung im Kreis aussieht.

Hohe Durchfallquoten liegen vor allem an einer zu schnellen Ausbildung, sagt Peter Cosack, der Fahrschulen in Obersuhl und Bebra betreibt. Ein möglichst billiger Führerschein steht dabei im Vordergrund. Bei seinen Fahrschülern ist es ihm dagegen wichtig, dass sie nicht nur bestehen, sondern auch gute Überlebenschancen im Straßenverkehr haben. „Ich möchte bei keinem auf die Beerdigung gehen müssen“, sagt Cosack.

Wolfgang Weigelt von der Fahrschule Weigelt in Bad Hersfeld schickt seine Schüler erst in die Prüfung, wenn sie dafür bereit sind. „Mag sein, dass die Fahrschüler bei mir mehr Stunden brauchen, dafür haben sie die Gewissheit, dass sie bestehen“, sagt er. Bevor er seine Fahranfänger zur theoretischen Prüfung anmeldet, müssen sie einen Probetest bei ihm schreiben.

Ein möglicher Grund für die hohen Durchfallquoten in Deutschland sind die gestiegenen Anforderungen im Straßenverkehr, sagt Weigelt. Zudem müssten die Jugendlichen mehr als früher in der Schule leisten, auch mit zahllosen Nachmittagsaktivitäten wird ihnen viel abverlangt.

„Wenn der Fahrlehrer sich bemüht, kriegt er alle durch die Prüfung“, findet Manfred Schneider von der Fahrschule Schneider mit Standorten in Richelsdorf und Ronshausen.

Er hat für alle Schüler eine Boardkarte, auf der die Fortschritte eingetragen werden. Bei faulen Schülern weiß er auch rat: „Ich versuche, bei den Eltern vorzusprechen - oder sie kriegen von mir einen Chrashkurs“, sagt er. Nach der Fahrstunde müssen die Schüler für diesen Fall dann im Auto die Theorie pauken. (sas)

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Quelle: HNA

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