Ein bisschen wie früher

Bad Hersfeld feiert den 31. Live Jazz, der Nostalgie mit neuen Ideen verbindet

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Live Jazz in Bad Hersfeld: Die Funk-Band „Schwarzkaffee“ brachte im Schilde-Park nicht nur das Publikum, sondern auch sich selbst in Ekstase. Foto: Wilfried Apel

Bad Hersfeld. Es war ein bisschen wie früher und auch ganz anders als sonst: Der 31. Bad Hersfelder Live Jazz huldigte am Wochenende zum einen den Anfängen des Festivals mit intimen Kneipenkonzerten, öffnete sich zum anderen aber auch programmatisch der Weltmusik.

Während des abschließenden Jazzbrunch am Sonntagmorgen zog Organisator Ralf Neumeyer jedenfalls eine rundum positive Bilanz: Die Besucher seien „superzufrieden“ gewesen und ihrer Feierstimmung zudem „pflegeleicht“, weil es in der proppevollen Stadt keinerlei unliebsame Zwischenfälle gegeben hätte.

Tatsächlich war der Live-Jazz eine Gute-Laune-Veranstaltung auf allen Ebenen. Ging es auf den großen Bühnen auf dem Linggplatz, im Schilde-Park und an der Festspielkantine stilistisch bunt gemischt zur Sache – etwa mit dem Funk von „Schwarzkaffee“ und dem Russen-Pop der „Apparatschiks“ –, so waren an den kleineren Spielstätten die Wurzeln des Festivals erkennbar: Beispielsweise die Auftritte der „Hurricane Brass Band“ vor der „Kajüte“ oder die temporeichen Nummern von „Papas Finest Boogie Band“ im benachbarten „Havana“ sorgten für nostalgische Gefühle bei den Fans, die sich gerne an vergleichbare Erlebnisse aus den Kindertagen des Live Jazz erinnern.

Die entspannte Atmosphäre konnte letztlich auch ein Konflikt nicht trüben, als die Konzerte an der Festspielkantine die gleichzeitig laufende Fotoprobe für „Maria Stuart“ in der Stiftsruine zu stören drohten. Der schnell gefundene Kompromiss: Ein Auftritt wurde verlegt, der zweite begann etwas später, und im übrigen nahmen die Festspielleute die muskalische Untermalung ihres Trauerspiels eben hin.

Unter dem Strich aber war der Live Jazz eine gelungene Sache, was nach den Unsicherheiten in der Planungsphase keine Selbstverständlichkeit war. Schließlich hatten Ralf Neumeyer und seine Mitstreiter die Organisation kurzfristig übernommen, nachdem sich der bisherige Veranstalter wegen personeller Veränderungen außerstande gesehen hatte, den Live Jazz in der bsiherigen Form auszurichten (unsere Zeitung berichtete).

Am Dienstag mehr in der gedruckten HNA - Rotenburg-Bebraer Allgemeine. 

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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