20-Jähriger lässt sich zum Berufs-Imker ausbilden

Ferdinand Keidel aus Leibolz herrscht über 50 Bienenvölker

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Hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Imker Ferdinand Keidel aus Leibolz. Der 20-Jährige hat zurzeit 50 eigene Bienenvölker, um die er sich wegen der Ausbildung zurzeit vorwiegend am Wochenende kümmert.

Leibolz. Bienenzucht statt Fußballspielen: Der 20 Jahre alte Ferdinand Keidel aus dem Eiterfelder Ortsteil Leibolz hat sich entschieden, sein Hobby zum Beruf zu machen. Im Fachzentrum Bienen der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim bei Würzburg lässt er sich zum Berufs-Imker ausbilden. Und steht nach gut zwei Jahren nun kurz vor dem Abschluss.

„Ich wollte gerne draußen in der Natur und handwerklich arbeiten“, begründet der junge Mann seine eher ungewöhnliche Berufswahl. Nach der Realschule und dem Fachabi im Bereich Wirtschaft und Verwaltung informierte er sich über die Ausbildungsmöglichkeiten, und konnte sich nach vier Bewerbungen und vier Zusagen schließlich einen Platz aussuchen.

Zur Imkerei ist Keidel schon als Kind gekommen, denn auch sein Opa ist passionierter Bienenzüchter. Heute kann er sich bei Bedarf längst Tipps vom Enkel holen. „Aber ich rede ihm nicht rein, jeder macht sein eigenes Ding“, sagt Keidel schmunzelnd, der im Imkerverein Eiterfeld aktiv ist. Andere Hobbys wie das Fußballspielen gab der 20-Jährige irgendwann auf

Auf dem Lehrplan stehen während der Ausbildung in der Forschungseinrichtung unter anderem Biologie und Botanik, Königinnenzucht und Völkerführung, aber auch Betriebswirtschaft.

Für die Zukunft hat Keidel schon konkrete Pläne. Im Fachzentrum Bienen wird der Profi-Imker in Teilzeit übernommen, an die Ausbildung möchte er zudem einen Meister anschließen und außerdem seine Selbstständigkeit ausbauen. Etwa 4800 professionelle Imker gibt es laut des Deutschen Berufs- und Erwerbsimker-Bundes, von denen rund 500 größere Imkereien betreiben.

Senf und Seife aus Honig

Ideen hat Keidel bereits einige, und er weiß auch, dass es mit der Honigproduktion allein nicht getan ist. „Man muss sich breiter aufstellen“, erklärt der Leibolzer, der aktuell einen privaten Kundenstamm und zwei Hofläden mit Honig beliefert. Honigkerzen, -seife und -senf sollen bald noch dazukommen. Nicht zu unterschätzen sei auch das Marketing.

50 eigene Völker hat der 20-Jährige im Moment, um die er sich wegen der Ausbildung vorwiegend am Wochenende kümmert. Ein Volk hat im Frühjahr rund 30 000 Bienen, im Sommer noch mehr. In der Hochsaison helfen auch die Eltern und Geschwister mal mit. „Honig ist ein großes Thema in der Familie“, sagt Mutter Anita lachend – es gibt kein Frühstück ohne Honigbrot.

Ein Vorurteil sei, dass Imker im Winter nichts zu tun hätten, betont Keidel. Wenn die Honigsaison vorbei ist, steht zum Beispiel die Behandlung der Tiere gegen die Varroamilbe an. Außerdem baut er zurzeit Bienenkästen aus Holz.

Angst vor Stichen hat Keidel übrigens nicht, er arbeitet in der Regel auch ohne Schutzkleidung. „Es kann schon mal vorkommen, dass man an einem Arbeitstag 20 Mal gestochen wird“, berichtet Keidel. Das Wesen der Bienen ließe sich jedoch auch durch die Zucht beeinflussen.

Quelle: HNA

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