Gemeinde kündigt Vertrag für Begegnungsstätte – wirtschaftlicher Betrieb das Ziel

Herberge mit mehr Leben füllen

Wildeck. Die Gemeinde Wildeck kündigt den Pachtvertrag für die Jugendbegegnungsstätte zum schnellstmöglichen Zeitpunkt. Die Begegnungsstätte soll anschließend neu verpachtet, verkauft oder zum Mietkauf angeboten werden. Ziel sind zusätzliche Einnahmen für die Gemeinde Wildeck.

Das hat die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung auf Antrag der FDP- und der SPD-Fraktion beschlossen. Dafür stimmten 14 Parlamentarier, zwölf stimmten dagegen, ein Mitglied der SPD-Fraktion enthielt sich.

Ein Antrag der FWG, CDU und Grünen, den gemeinsamen Antrag von FDP und SPD zu ändern, bekam im Parlament keine Mehrheit. FWG, CDU und Grüne hatten vorgeschlagen, den Pachtvertrag erst zum Januar 2014 zu kündigen und eine interfraktionelle Arbeitsgruppe zu bilden, die ein neues Nutzerkonzept erarbeitet, auf dessen Grundlage positive Zahlen erwirtschaftet werden könnten. Anschließend solle die Einrichtung neu ausgeschrieben oder ein neuer Vertrag mit den Altpächtern abgeschlossen werden, hieß es in dem Änderungsantrag von FWG, CDU und Grünen.

„Das ist unsozial“

Die bisherigen Pächter stünden positiven Veränderungen offen gegenüber, betonte Bernd Sauer (FWG) vor der Abstimmung. Eine schnellstmögliche Kündigung hätte zur Folge, dass den Pächtern zum 31. Januar 2013 gekündigt würde. Das sei unwürdig und unsozial, da sie die Begegnungsstätte seit 25 Jahren bewirtschaften und nicht die Absicht hätten, aus dem Vertrag auszusteigen, erklärte Sauer. „Ich verstehe unter sozial etwas anderes“, sagte auch Ewald Ellenberger, der Fraktionschef der CDU. Die Zielrichtung beider Anträge sei die gleiche.

Jeder kann sich bewerben

„Bei einer neuen Ausschreibung kann sich jeder beteiligen, auch die jetzigen Betreiber“, verteidigte Gerhard Bick (FDP) den Antrag von FDP und SPD. Die Gemeinde habe in den letzten Jahren einen Zuschuss für das Jugendzentrum mit Herbergscharakter zahlen müssen. Die Einrichtung sei überaltert, sagte Bick. Deshalb habe die Nachfrage stark nachgelassen. Als kommunale Einrichtung mit Zuschussbedarf sei sie nicht mehr zeitgemäß. In Wildeck gebe es genügend Übernachtungsmöglichkeiten. Die Kündigung sei Voraussetzung für die wirtschaftliche Vermarktung. „Es gibt einen Interessenten, der das Jugendzentrum für ein Sport- und Fitnesszentrum nutzen möchte“, sagte Bick.

Harte Entscheidung

„Voraussichtlich im Frühjahr beginnt die Sanierung der Schwimmhalle. Dann ist auch in der Begegnungsstätte kein Betrieb mehr möglich“, betonte Armin Körzell, der Fraktionsvorsitzende der SPD. Deshalb sei es sinnvoll, den Vertrag schnell zu kündigen. Dies sei eine harte Entscheidung. Manchmal müsse man diesen Weg aber gehen, sagte Armin Körzell.

Von René Dupont

Quelle: HNA

Kommentare