14 Menschen mit Beeinträchtigungen bekommen neue Heimat 

Für zwei Millionen Euro: Neues Wohnkonzept für Behinderte

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Mitte Mai geht es los: Projektleiter Frank Keller (links) und Pressesprecher Johannes Fuhr auf dem Grundstück an der Rotenburger Stadtmauer.

Rotenburg. 14 Menschen mit Mehrfachbeeinträchtigungen werden in Rotenburg eine neue Heimat finden.

Das Diakoniezentrum Hephata plant den Neubau eines Wohnheims an der Stadtmauer. Das Projekt ist einmalig im Kreis. Rund zwei Millionen Euro sollen investiert werden. Die Erdarbeiten haben bereits begonnen.

Damit setzt Hephata den Paradigmenwechsel bei der Betreuung von Menschen mit Behinderungen fort: Man geht dorthin, wo die Menschen leben, statt sie in einer großen Einrichtung zu zentralisieren. 

In Ziegenhain, Schrecksbach und Borken gibt es ähnliche Wohnprojekte, erklärte der Projektmanager Frank Keller. Auch für Angehörige hat die Dezentralisierung Vorteile, weil die Besuchswege kürzer und leichter werden.

Etwa 50 Menschen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg leben derzeit im Diakoniezentrum Hephata in Treysa. Einige von ihnen könnten in den Landkreis zurückkehren und in Rotenburg leben. Allerdings gibt es dafür Regeln: Hilfebedarf für Menschen mit Behinderungen muss man beim Kreis anmelden. In einer Hilfeplanungskonferenz wird über die Bezugsmöglichkeiten entschieden. 

Dabei gibt es auch ein Wunsch- und Wahlrecht für Betroffene. Den künftigen Bewohnern, die ihren Alltag möglichst selbst gestalten und damit für Essen und Einkauf sorgen wollen, wird ein Unterstützerteam zur Seite gestellt: Heilerzieher, Sozialpädagogen, Alten- und Krankenpflegekräfte werden für die Menschen rund um die Uhr da sein. Zwischen sieben und zehn Vollzeitstellen sollen geschaffen werden, die zum Teil auf mehrere Teilzeitkräfte verteilt werden.

Auch die neuen Bewohner werden, soweit es ihnen möglich ist, arbeiten gehen. Geplant ist eine Kooperation mit den Werkstätten der Sozialen Förderstätten in Bebra.

Der Einzug der Rotenburger Neubürger ist für Ende September 2017 geplant. (sis)

Quelle: HNA

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