Socken für guten Zweck

Helga Marquardt aus Heinebach strickt zugunsten krebskranker Kinder

Heinebach. Zwei rechts, zwei links, zwei rechts... Helga Marquardts Hände hantieren flink mit den Strickstöcken, sie schaut kaum hin. Maschenzahlen und Größentabelle hat sie sowieso im Kopf.

Die Heinebacherin ist eine geübte Sockenstrickerin und schafft im Winter drei Paar in einer Woche. Alles für einen guten Zweck: Die Socken werden verkauft und der Erlös dem Elternverein für leukämie- und krebskranke Kinder an der Uniklinik Gießen gespendet. Seit dem Jahr 2000 hat sie 600 Paar Socken verkauft, 5500 Euro gingen an den Elternverein. Die 67-Jährige erklärt: „Ich finde es selbstverständlich, mich für andere zu engagieren.“

Meistens strickt sie abends vor dem Fernseher. „Ich kann gar nicht anders, sonst schlafe ich ein“, sagt sie. Marquardt fertigt Socken in allen Größen, vom Babymodell bis Herrengröße 47. Die bunten Muster ergeben sich aus der Färbung des Garns. Komplizierte Einstrickmuster hielten zu lange auf, meint sie.

Auf die Idee, Socken für einen guten Zweck zu stricken, kam Marquardt vor über 30 Jahren. Damals lebte sie mit ihrer Familie in Maintal-Bischofsheim. Sie engagierte sich in der Kirchengemeinde und leitete eine Töpfergruppe. Zur Gemeinde gehörte eine Familie mit einer an Leukämie erkrankten Tochter. Beide Eltern setzten sich sehr für den Elternverein der Kinderkrebsklinik in Frankfurt ein. Um Geld für diesen Verein aufzutreiben, organisierte man in der Kirchengemeinde einen Markt mit Töpferwaren, bei dem Marquardt auch mehrere Paare handgestrickte Socken anbot. Sie verkauften sich gut.

Das Schicksal der betroffenen Familie, das jahrelange Auf und Ab und schließlich den Tod des Kindes, habe sie damals ganz nah mitbekommen, erzählt Helga Marquardt mit leiser Stimme. Sie war mit dabei, als beim Weihnachtsmarkt 1999 in Heinebach eine Gruppe Handarbeiten anbot, um Geld für den Elternverein der Kinderkrebsstation an der Uni-Klinik Gießen aufzutreiben. Damals gab es im Ort eine Familie mit einem erkrankten Kind, das in Gießen behandelt wurde. Nach dem Markt strickt Helga Marquardt weiter für den guten Zweck.

Der Elternverein weiß das zu schätzen: Das Geld werde verwendet, um die Situation der kranken Kinder zu verbessern und die Forschung zu fördern, erklärt die Vorsitzende Ingeborg Müller-Neuberger, als sie sich bei der Heinebacherin bedankt. Helga Marquardt will weiter stricken: „Solange meine Hände das mitmachen.“

Zu kaufen gibt es die Socken im Elektrofachgeschäft Waffenschmidt in Heinebach, Nürnberger Straße 24, oder bei Helga Marquardt, Bossenstraße 14, Telefon 05664/930669. Sie hat viele Paare auf Vorrat.

Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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