Evangelische Frauenhilfe in Obersuhl feierte Jubiläum mit Festgottesdienst

Sie helfen seit 100 Jahren

Große Tradition: Die Frauenhilfe in Obersuhl gibt es nun bereits seit 100 Jahren. Dieses Foto zeigt die Mitglieder am Sonntag vor der Kirche.

Obersuhl. Hundert Jahre Evangelische Frauenhilfe in Obersuhl – das wurde am Sonntag mit einem musikalisch umrahmten Festgottesdienst mit Abendmahl in der Obersuhler Kirche gefeiert.

Aufgrund der Bedeutsamkeit des christlichen Wirkens der Frauenhilfe in der Gemeinde hielt Dekanin Gisela Strohriegl die Predigt. Sie legte ihren Worten den Bibelvers „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ zugrunde. „Dieses Bild ist noch heute aussagestark“, so Dekanin Strohriegl. „Mag die Technik noch so weit fortgeschritten sein, so ist der Mensch doch immer noch auf das Wachsen und Gedeihen in der Natur angewiesen.“

Dies sei auch auf das Gemeindeleben übertragbar. „Wenn der Weinstock fruchtbar ist und viele Reben trägt, so ist auch das Gemeindeleben aktiv, so wie in Obersuhl“, lobte die Dekanin. Die heute verbreitete Haltung „Ohne mich“ treffe weder auf die Mitglieder der Frauenhilfe, noch auf die des Kirchenchors, des Posaunenchors und des Fördervereins der Obersuhler Kirche zu. „Diese Gemeindegruppen machen die Kirchenarbeit im Ort lebendig.“

Ein Bronze-Kreuz mit der Aufschrift „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ wurde von Erika Köhler, der Vorsitzenden der Evangelischen Frauenhilfe Obersuhl, an die 47 Mitglieder verteilt. „Ich bin gerührt, wie der Vers in der Predigt ausgelegt wurde“, sagte Erika Köhler nach dem Festgottesdienst. „Die Worte passen sehr genau auf uns, denn wir tragen Gottes Wort weiter und spenden Trost.“

„Als meine Frau und ich vor 18 Jahren in diese Gemeinde kamen, lief hier nichts ohne die Frauenhilfe“, erinnert sich der Obersuhler Pfarrer Andreas Schmidt-Wecken. „Sie backten und kochten, deckten beim Gemeindefest die Tische ein, wuschen ab und kochten Kaffee.“

Nun sind die Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe in die Jahre gekommen. Das jüngste Mitglied ist 73, das älteste 93 Jahre alt. Obwohl vieles nicht mehr so selbstverständlich von der Hand geht, treffen sich die Frauen alle zwei Wochen mittwochs im Gemeindesaal. Dort singen sie gemeinsam und trinken Kaffee. „Das Allerwichtigste ist aber das Reden“, weiß Vorsitzende Erika Köhler.

Für Alte und Kranke da

Manche der Frauen helfen noch immer bei der Verteilung des Gemeindebriefes. Auch alte und kranke Gemeindemitglieder werden regelmäßig besucht. „Ich wünsche mir, dass wir in dieser Gemeinschaft noch lange gesund zusammen wirken können“, sagte die Vorsitzende.

Pfarrer Schmidt-Wecken bedauerte, dass es keinen Zuwachs für die Gruppe mehr gebe. Daher werde man sich zusammensetzen, um über die Zukunft nachzudenken. „Eine Zukunft gibt es in jedem Fall. Nur müssen die Strukturen geändert werden, indem die Aufgaben auf mehrere Mitglieder verteilt werden“, sagte er.

Von Alexandra Koch

Quelle: HNA

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