Heiße Diskussion um Erhalt des Lokschuppens

Bebra. Der Erhalt des alten Lokschuppens in Bebra war in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten zum wiederholten Mal das heiß diskutierte Thema.

Während der Bürgermeister und der Magistrat das Projekt des Fördervereins „Industriedenkmal Bahnhof Bebra“ ablehnen, unterstützt die Mehrheit des Parlaments die Idee eines Erhalts des Lokschuppens mit funktionstüchtiger Drehscheibe und eine Übereignung an den Verein. Schon Ende Mai war das so beschlossen worden.

Der Stadt Bebra dürfen aber durch die Übergabe des Lokschuppens an den Förderverein keine Kosten entstehen, die über die Kosten für den Vertrag und Unterstützung beim Beantragen von Fördergeld hinausgehen. Auch „eine laufende Bezuschussung des Fördervereins und eine investive Förderung seitens der Stadt darf es nicht geben“, heißt es im Beschluss des Bebraer Parlaments vom Donnerstagabend wörtlich. Dieser Satz war nach einer lebhaften Debatte und Sitzungsunterbrechung noch von der CDU-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden, Thorsten Bloß, geändert worden. Zuvor hieß es nicht ganz so konkret, eine laufende Bezuschussung des Fördervereins seitens der Stadt sei „nicht vorgesehen“.

Der am Ende überraschend ohne Gegenstimme bei wenigen Enthaltungen befürwortete Antrag war gemeinsam von den Fraktionen der SPD und „Gemeinsam für Bebra“ (GfB) vorgelegt worden.

Bisher hatte eine Aussage zu den Kosten gefehlt, die der Stadt durch die Übergabe des Lokschuppens an den Verein Stadt entstünden, sagte Volkmar Hanf (GfB). „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, meinte Hanf. Der Verein verdiene eine reelle Chance.

Der Beschluss wurde gefasst, nachdem Bürgermeister Horst Groß eine lange Liste von Argumenten gegen den Erhalt des Lokschuppens vorgetragen hatte. Die bisherigen Pläne des Fördervereins sind mit dem behindertengerechten Ausgang Richtung Osten und zum P+R-Parkplatz nicht vereinbar, hatte der Bürgermeister unter anderem erklärt. Mit dem jetzt gefassten Beschluss darf nun auch der bereits begonnene Bahnhofsumbau in dieser Frage nicht beeinträchtigt werden.

Der Förderverein werde sich bewegen, um den barrierefreien Zugang nach Osten zu ermöglichen, kündigte der Vorsitzende Robert Cavallier an, der als GfB-Stadtverordneter wegen Widerstreits der Interessen nicht mitdiskutierte und abstimmte.

Christina Kindler (SPD) hatte kritisiert, dass der Magistrat schon vor Aufnahme von Verhandlungen mit dem Förderverein das Projekt quasi für gescheitert erklärt habe. „Ist es so schwer, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren und sich auf die Umsetzung zu konzentrieren, statt mit großem Aufwand das Projekt zu sabotieren?“, fragte sie.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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