Heinebacher Firma Fenster-Abel ist insolvent - Neun Mitarbeiter entlassen

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Geschlossene Türen: Die Firma Abel in Heinebach hört nach 22 Jahren auf zu existieren. Der Firmenbesitz wird versteigert. Die Branche steht nach Angaben des Insolvenzverwalters aktuell insgesamt nicht gut da.

Heinebach. Die Firma Abel Fenster- und Tortechnik GmbH & Co. KG hat Insolvenz angemeldet. Eine Zukunft hat das bekannte Handwerksunternehmen aus Heinebach nicht: Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt, die Mitarbeiter sind entlassen, der Firmenbesitz wird versteigert.

Das erklärte der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Raimund Schraad aus Bad Hersfeld, auf Anfrage unserer Zeitung. Aller Voraussicht nach reiche die Insolvenzmasse nicht einmal aus, um die Gehälter der neun Angestellten bis zum Ende der Kündigungsfrist zu zahlen. Die übrigen Gläubiger, vor allem Banken und mehrere Lieferanten, müssen sich darauf einstellen, kein Geld aus der Insolvenz zu erhalten.

Die Angestellten, die fast alle seit über 20 Jahren bei der Firma sind, erhalten bereits Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur. Der Betrieb muss aber bis Ende Juli die Differenz zum regulären Lohn zahlen. „Das kann die Firma derzeit nicht stemmen“, sagt Schraad. Wie viel Abel seinen Mitarbeitern noch zahlen kann, hänge davon ab, was die Versteigerung des Firmenbesitzes Ende Mai bringe. Schraad ist allerdings nicht sonderlich zuversichtlich, da es nicht die einzige Firmenpleite in der Branche ist.

Der Firmengründer Heinz Abel hatte den Fachbetrieb 1992 eröffnet. Das Unternehmen am Ortsrand von Heinebach bot Fenster und Türen, Rollläden und Markisen, Garagentore und Wintergärten an. Dank guter Qualität und hoher Zuverlässigkeit war Abel Fenster- und Tortechnik bei den Kunden beliebt.

„Die Mitarbeiter haben bis zuletzt extrem gute Arbeit geliefert“, sagt auch Insolvenzverwalter Schraad. Deshalb gebe es bislang keine Reklamationen, die bei Insolvenzen sonst üblich seien. Alle angefangenen Aufträge seien beendet worden, nur drei Kundenaufträge wurden bis zum Ende des Firmenbetriebs nicht mehr bedient. Edgar Iwers und seine Frau Brunhilde haben die Firma 1999 übernommen. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Schraad haben die hohen Verbindlichkeiten aus dem Firmenverkauf mit zur jetzigen Insolvenz beigetragen, die nach Informationen unserer Zeitung für die Mitarbeiter völlig überraschend kam.

Ein wichtiger Grund für die Pleite sei auch, dass sich das kleine Unternehmen im vorigen Jahr mit einem Großauftrag übernommen habe, der nicht den erhofften Gewinn brachte. Um drohende Strafzahlungen abzuwenden, konnten kleinere Aufträge nicht erfüllt werden. „Dadurch fehlte die nötige Liquidität, um den wirtschaftlich schwierigen Herbst und Winter zu überbrücken.

Von Marcus Janz 

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Quelle: HNA

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