Hebammenpraxis Storchenwiese hat viel zu tun mit Mutter und Kind

Storchenwiese im blauen Haus: Die Hebammen Josephine Friesen, Elisabeth Hillecke und Christiane Friedrich (von links) haben ihre Gemeinschaftspraxis an der Bürgerstraße in Rotenburg neu eingerichtet. Fotos: Schäfer-Marg

Rotenburg. Alle sprechen über Geburtenrückgang, doch in der Hebammenpraxis Storchenwiese in Rotenburg klagt niemand über mangelnde Arbeit.

Elisabeth Hillecke, Christiane Friedrich und Josephine Friesen haben erst vor Kurzem ihre Gemeinschaftspraxis im Haus Bürgerstraße 25 eröffnet und sind dort gut beschäftigt.

Elisabeth Hillecke gilt in Rotenburg als Urgestein der Geburtshilfe: Sie ist seit 35 Jahren Hebamme und hat schon unzähligen Kindern auf die Welt geholfen - vor allem in Rotenburg, als es im Kreiskrankenhaus noch eine Entbindungsstation gab. Auch Christiane Friedrich hat noch in Rotenburg Kindern auf die Welt geholfen. Beide Hebammen und auch ihre Kollegin Josephine Friesen arbeiten selbstständig und konzentrieren sich dabei auf Geburtsvorbereitung und Nachbetreuung von Mutter und Kind.

Sahnetüpfelchen fehlt 

Die eigentliche Geburtshilfe mussten alle aufgeben - nicht zuletzt wegen der horrenden Versicherungsprämie, die von Hebammen verlangt wird. Der Beruf macht den drei Frauen dennoch Freude - auch, wenn mit der Geburtshilfe das Sahnetüpfelchen fehlt, wie Elisabeth Hillecke sagt.

In der Praxis Storchenwiese, die vom Privathaus Hilleckes zur Bürgerstraße umgezogen ist, werden Geburtsvorbereitungskurse, Schwangerschaftsgymnastik und -yoga sowie Rückbildungsgymnastik angeboten. Es gibt zudem Spiel- und Bewegungsgruppen für Kinder von sechs bis zwölf Monaten und ein bis zwei Jahren und Powergymnastik für junge Mütter. Die Praxis ist außerdem Organisator für Baby-Schwimmen und Wassergymnastik. Die Hebammen haben sich für einige Kursangebote Partner gesucht. So können sie auch Vorträge über Ernährung und Erste Hilfe am Kind anbieten - ein Rundum-Paket für Mütter und Kinder also.

Natürlich machen die Hebammen auch Hausbesuche bei Familien, die gerade erst Nachwuchs bekommen haben. Ihr Aktionsradius hat sich allerdings ziemlich vergrößert.

Seit Jahren, so heißt es beim Deutschen Hebammenverband, steigen immer mehr Hebammen aufgrund der geringen Vergütung und der überproportional steigenden Haftpflichtprämien aus ihrem Beruf aus. Und weil es weniger Entbindungsstationen gibt, fehlen künftigen Müttern auch die Wahlmöglichkeiten, bedauert Elisabeth Hillecke.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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