Pläne für Erweiterung bei Obersuhl – Kein weiteres Gutachten zu Rissen in Häusern

Hausaufgaben für Kieswerk

Der Kies wird auf Untersuhler Gebiet abgebaut, das Abbaugebiet liegt aber nahe an Obersuhl: Im Hintergrund sind Häuser von Obersuhl zu erkennen. Das Abbaugebiet würde bei einer Erweiterung noch weiter an Obersuhl heranrücken – es wäre nach der bisherigen Planung dann nicht mehr 250 Meter, sondern etwa noch 100 Meter vom nächstgelegenen Obersuhler Gebäude entfernt. Archivfoto: Dupont

Obersuhl. Das Wildecker Kieswerk will sein Abbaugebiet in der Gemarkung Untersuhl in Richtung Obersuhl ausweiten. Der Start des Genehmigungsverfahrens hatte sich wegen massiver Kritik von Hausbesitzern in die Länge gezogen, die den Kiesabbau für Senkungen und Risse in ihren Häusern verantwortlich machen. Jetzt ist ein weiterer wichtiger Schritt getan: Bei einem Treffen aller beteiligten Behörden und betroffenen Gemeinden wurde festgelegt, was das Kieswerk an weiteren Gutachten vorlegen muss.

Gründliche Prüfung

Der so genannte Scopingtermin fand im Thüringer Landesverwaltungsamt in Weimar statt. Die Genehmigung verläuft nicht, wie sonst bei solchen vergleichsweise kleinen Vorhaben, in einem schnellen Verfahren, sondern wird aufwendig betrieben mit intensiver Umweltverträglichkeitsprüfung. Das teilte das Verwaltungsamt mit. Grund dafür sind die Vorwürfe der Hausbesitzer und das daraus folgende Drängen der Gemeinde Wildeck, eine Genehmigung intensiv zu prüfen.

Das Treffen in Weimar hat folgende Ergebnisse gebracht:

• Ein weiteres Gutachten zu den Schäden an den Gebäuden im östlichen Obersuhl wird es nicht geben. Das Kieswerk hatte bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben, das einen Zusammenhang zwischen den Schäden und dem Kiesabbau ausschließt. Nach einer Prüfung des Gutachtens sehen die Fachbehörden derzeit keinen weiteren Handlungsbedarf in diesem Bereich. Auch die Gemeinde Wildeck hatte nach Angaben von Bürgermeister Alexander Wirth ein unabhängiges Gutachten zu den Schäden gefordert.

Angrenzende Häuser

• Das Kieswerk hat allerdings die Hausaufgabe mit auf den Weg bekommen, ein Gutachten eines Sachverständigen in Auftrag zu geben, das untersuchen soll, wie sich die geplante Erweiterung auf angrenzende Wohnhäuser, die Kläranlage in Obersuhl und das Gewerbegebiet der Gemeinde Gerstungen auswirkt. Dabei geht es um den Grundwasserspiegel, Staub und Verkehr. Außerdem soll die Standsicherheit der Böschungen (Kieswände) im Wasser untersucht werden.

Bei der geplanten Erweiterung würde das Abbaugebiet bis etwa 100 Meter an die Kläranlage Obersuhl heranrücken. „Würde eine Böschung einbrechen, wäre der Abstand vielleicht nur noch 50 Meter“, erläuterte Matthias Nörthen, der Geschäftsführer des Kieswerks auf Anfrage. Deshalb sei die Untersuchung der Standsicherheit wichtig.

Belastung durch Lärm

• Untersucht werden soll auch die Lärmbelastung, die sich durch eine Erweiterung ergeben würde.

• Überprüft werden zudem die Folgen für Tiere und Pflanzen, vor allem im Naturschutzgebiet Grünes Band.

• Die Forderung der Gemeinde Wildeck nach weiteren Grundwasser-Messstellen, unter anderem bei der Kläranlage und im Grünen Band vor Obersuhl sind nach Angaben des Bürgermeisters bereits umgesetzt. Die Gemeinde wird regelmäßig über die Daten informiert.

Von René Dupont

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