Neues Gebäude am Breitinger Kirchweg

Haus der Zukunft: 9,5 Millionen Euro für Rotenburger Feuerwehr

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Zweckbau mit Übungsturm: U-förmig soll das neue Feuerwehrgerätehaus am Breitinger Kirchweg angelegt werden. Die Zeichnung des Architekturbüros Stark aus Siegen zeigt links den 14 Meter hohen Übungsturm, an dem die Feuerwehrleute zum Beispiel Abseilen oder Einsätze in Treppenhäusern trainieren können. Im Vordergrund ist eine gut zwölf Meter breite Auffahrrampe zu sehen. Aus Gründen des Hochwasserschutzes muss das Feuerwehrgerätehaus auf erhöhten Baugrund stehen.

Rotenburg. Die Liste der Anforderungen ist lang: Kurze Wege für die Feuerwehrleute, ausreichend Platz für Fahrzeuge, Gerätschaften und Werkstätten, für Schulungs- und Umkleideräume sowie einen Raum für die Jugendfeuerwehr - und das alles so angelegt, dass Nachbarn so gering wie möglich durch Lärm belästigt werden. Das soll das neue Rotenburger Feuerwehrhaus bieten, das am Breitinger Kirchweg entstehen wird.

Architekt Markus Stark stellte die Anlage am Freitag vor. Anlass war die Übergabe des Bewilligungsbescheides durch Innenminister Peter Beuth. Das Land schießt zum Bau rund 945 000 Euro zu - wir berichteten.

Insgesamt sollen 9,3 Millionen Euro für die Feuerwehr investiert werden. Das Gros, 7,9 Millionen Euro, trägt die Stadt, mit 425 000 Euro ist der Kreis im Boot. Der Gebäudekomplex muss aus Gründen des Hochwasserschutzes auf aufgeschüttetem Grundstück errichtet werden, erläuterte der Architekt. Deshalb wird er über eine Rampe zu erreichen beziehungsweise zu verlassen sein. Die U-Form wurde aus Gründen des Lärmschutzes gewählt, damit möglichst wenige Geräusche aus Übungs- und Einsatzbetrieb nach außen dringen und Nachbarn nicht unnötig beeinträchtigt werden.

Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut erklärte den Gästen aus Politik und Feuerwehr und anderen Rettungdienstkreisen, wie er und sein Führungsteam den besten Standort für das neue Haus ermittelt hatten: Grundlage war die gesetzlich vorgegebene zehnminütige Rettungsfrist. Fünf verschiedene Standorte wurden darauf hin untersucht, unter anderem mit Blick auf Erreichbarkeit durch die Feuerwehrkameraden bei Tag- und Nachteinsätzen. Das ehemalige Grundstück der Firma Brühl habe sich als optimal erwiesen, weil es zentral liege und eine gute Verkehrsanbindung habe, erklärte Fleischhut. Weil dieses Grundstück zu groß für die Wehr gewesen wäre, wurde gemeinsam mit der der Stadtverwaltung der Kompromiss gefunden, eine private Wohnbebauung in der Nachbarschaft zuzulassen.

Dass ein Neubau unumgänglich ist, bestätigten alle Redner. Wehrführer Dirk Riemenschneider wies darauf hin, dass seitens der Technischen Überwachung festgestellt worden war, Rotenburgs derzeitiges Gerätehaus trage in punkto Nutzbarkeit und Sicherheit die rote Laterne im Regierungsbezirk Kassel.

Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut geht davon aus, dass der Neubau im Frühjahr 2017 starten wird, fertig soll der Gebäudekomplex Ende 2019 sein. Ein Bauwerk, das „50 Jahre plus x“ den Anforderungen einer modernen Feuerwehr genügen soll.

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Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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