Bethaus der Mennoniten-Brüdergemeinde soll bis zum Jahresende fertig werden

Ein Haus, das Gott gehört

Ein großer Betsaal, mehr eine Halle als ein Saal: Der Blick geht hier in Richtung des Eingangs und zum Foyer, darüber zwei übereinanderliegende Emporen, die Fotografin befindet sich auf einer chorgemäß ansteigenden Bühne. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Wenn alles gut läuft, will die Gemeinde noch in diesem Jahr in das neue Bethaus einziehen, das sich ein wenig versteckt an der Heinrich-Hertz-Straße hinter der TSV-Sporthalle befindet. 200 Mitglieder hat die Gemeinde, die das großzügige Haus überwiegend in Eigenleistung baut. Auf der Baustelle wuseln Gemeindeglieder aller Altersklassen.

Schon jetzt wird deutlich, wie weiträumig das Bethaus wird: Es soll Platz für 300 bis 400 Gottesdienstbesucher bieten, erklärt Peter Löwen vom Gemeindevorstand der Besuchergruppe, die sich auf Einladung des Seniorenbeirats unter Leitung von Ilse Koch über den Bau und die Gemeinde informiert.

In das Bethaus der Mennoniten-Brüdergemeinde kommen zum Gottesdienst die ganzen Familien, auch mit kleinen Kindern. Für sie und die Eltern gibt es zwei Räume mit Verglasung zum Betsaal hin, in die die Gottesdienste übertragen werden.

Peter Löwen erklärt, dass es jeden Sonntag zwei Gottesdienste gibt. Die Besucher kommen aus einem Umkreis von 20 Kilometern, aber auch Studenten aus Göttingen sind dabei. In jedem Gottesdienst werden drei Predigten in deutscher Sprache gehalten, die ins auch Russische übersetzt werden.

Die Gottesdienste, bei denen die Frauen Kopftücher tragen, dauern zwischen einer und eineinhalb Stunden. „Wenn die Botschaft interessant und lebendig ist, schwätzt keiner und keiner schläft“, sagt Peter Löwen. Auch die größeren Kinder sind in den Gottesdiensten dabei. Zwischen den Predigten singen die zahlreichen Chöre und Orchester, eine Liturgie gibt es nicht.

Nach den Worten von Peter Löwen kommen über 100 Kinder zur Sonntagsschule, die in sechs Altersgruppen aufgeteilt ist. Es gibt keinen Pfarrer, aber 20 Prediger in der Gemeinde. Über 50 Sänger umfasst der Chor, dazu kommen 70 Jugendchorsänger, der Seniorenchor, ein großes und ein kleines Orchester.

Die Mennoniten sprechen nicht von Kirche, sondern von einem Bethaus, sagt Peter Löwen, der seit 1989 in Deutschland lebt und in Eulenburg am Ural aufwuchs, dessen Muttersprach aber Deutsch ist. Man kommt zusammen, um zu beten, zu singen und die Bibel zu lesen“ in das Gebäude, das Gott gehöre. „Gott ist die Autorität“, sagt Peter Löwen.

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Quelle: HNA

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