Hauptsache, Kostüm passt

Lena Horn war Komparsin im Film „V 8 – Du willst der Beste sein“

Ist gerade auf der Kinoleinwand zu sehen: Lena Horn spielt eine Komparsin in dem Film „V 8-Du willst der Beste sein.“ Foto: Auel

Kirchheim. Sich morgens vor der Schule schon die Lippen zu pinseln, dazu fehlt ihr die Zeit, sagt Lena Horn aus Kirchheim. Die 14-Jährige schminkt sich nicht wirklich gerne.

Am Filmset war das anders. Spiegel mit großen Lampen an der Seite, Visagistinnen, die um sie herumwuselten, aufwendiges Make-up. Das war professionell – und hat Lena Spaß gemacht. „V 8 – Du willst der Beste sein“ heißt der Film, in dem die Achtklässlerin eine Komparsenrolle ergatterte.

Geheimer Rennzirkus

Der Streifen ist das neue Werk von Joachim Masannek, dem Erfinder der Kinderfilmreihe „Die Wilden Kerle“, und läuft gerade in den deutschen Kinos. Die Geschichte: Vier Kinder wollen in einen geheimen Rennzirkus namens „Die Burg“ aufgenommen werden. Um ihren Traum zu verwirklichen, müssen sie zunächst ein anderes Team, die Barrakudas, in einem rasanten Autorennen schlagen. Dass zu einem solchen Rennen auch ein paar Fans gehören, war Lenas Chance. Nahezu täglich schaute sie auf der Internetseite casting-network.de vorbei. Auf dem Portal suchten Filmteams nach Komparsen und Nebendarstellern. Lena bewarb sich, wurde zum Casting geladen und bekam die Rolle als Fan des Barrakuda-Teams. „Bei dem Casting haben die nur geschaut, ob mir das Kostüm passt“, erinnert sie sich.

Gedreht wurde vor gut einem Jahr in einem Basaltsteinbruch bei Nieder-Ofleiden bei Homberg/Ohm im Vogelsbergkreis. Mama Bianca hatte zunächst Bedenken, als sich ihre Tochter für die Rolle bewarb. „Wir haben aber schnell gemerkt, Lena ist da in guten Händen“, sagt sie. Fünf Tage war ihre Tochter am Set – und lernte gleich zu Beginn eine der wichtigsten Regeln im Showgeschäft: Schauspieler brauchen Geduld. Den ersten Drehtag verbrachten sie und die anderen Fan-Mädels in ihrem Garderoben-Bus. „Beim Film weiß man nie, was passiert. Manchmal muss eine Szene oft wiederholt werden“, erzählt Lena. Die Drehpausen verschönerte sie sich mit ihren Kolleginnen und ein paar Brettspielen. Lena verstand sich gut mit den anderen Mädchen, einige Freundschaften seien in den fünf Tagen entstanden, sagt sie.

Mit den Hauptdarstellern habe sie eher wenig Kontakt gehabt. „Um sie nicht zu belästigen, durften wir nur mit den Hauptdarstellern reden, wenn sie uns angesprochen haben“, erinnert sich Lena.

Sie würde gern ein zweites Mal vor der Kamera stehen, ruhig wieder als Komparsin. Schauspielerin möchte sie nicht werden. „Ich fände es doof, wenn ich durch die Stadt laufen würde und mich alle Leute ansprechen würden“. Ein „normaler“ Beruf soll es lieber sein. Lena liest gerne und viel. Am liebsten Liebesgeschichten. Nach einem kleinen Praktikum in der Hoehlschen Buchhandlung hat sie deshalb eine Entscheidung getroffen. „Da möchte ich später mal arbeiten“, sagt Lena.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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