Ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung für 26-jährigen Phillippsthaler

Haschischplatte unterm Sofa

Bad Hersfeld. Wegen des unerlaubten Besitzes von und Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verurteilte das Schöffengericht in Bad Hersfeld am Donnerstag einen 26 Jahre alten Philippsthaler zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden.

Zusätzlich verhängte das Gericht unter Vorsitz von Richter Michael Krusche eine Arbeitsauflage von 150 Stunden und verpflichtete den Angeklagten zum Besuch der Drogenberatung sowie zu regelmäßigen Drogenscreenings. Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Forderungen von Staatsanwältin Christina Dern, die im Philippsthaler einen Dealer sah und nicht einen Selbstversorger, der ausnahmsweise für einen Kumpel mit eingekauft hatte.

Diese Bewertung stand im Widerspruch zur Verteidigung. Denn der Angeklagte hatte ausgesagt, im Juni vergangenen Jahres auf Bestellung des Freundes in Bad Salzungen gleich zwei Hundert-Gramm-Platten Haschisch für jeweils 480 Euro besorgt und den Kaufpreis freundlicherweise ausgelegt zu haben.

Der angebliche Freund, ein 23-Jähriger aus Thüringen, betrachtete sich jedoch als Kunde des Philippsthalers. Auch sei der Plattenkauf, nach dem er von der Polizei erwischt wurde, keine einmalige Sache gewesen. Vier- oder fünfmal im Abstand von jeweils einem Vierteljahr habe er bei dieser Adresse Rauschgift erstanden, jeweils in dieser Größenordnung. Der Zeuge hatte sich im Hinblick auf eine milde Strafe in seinem eigenen Verfahren bereit erklärt, reinen Tisch zu machen.

Auch die Polizei hatte nach der Wohnungsdurchsuchung beim Angeklagten den Eindruck, dass hier illegale Geschäfte in größerem Umfang liefen: Unterm Sofa fand sich der größte Teil der zweiten Haschplatte und in der Speisekammer zwei extrastarke Plastikbeutel mit Resten von Amphetaminpaste. Wären die Tüten gefüllt gewesen, hätten zwei bis drei Kilo hineingepasst. Auch eine Haschpresse und eine Feinwaage wurden bei dieser Gelegenheit sichergestellt.

Hinzu kam, dass der 26-Jährige im Dezember bei einer Fahrzeugkontrolle positiv auf Drogen getestet wurde. Zwar machte er im Nachhinein geltend, man habe ihm bei Partys in Thüringen wohl etwas in den Drink getan, doch der festgestellte hohe Kokainwert ließ sich dadurch nur schwer erklären.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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