Nentershäuser Heimat- und Bergbaumuseum freut sich über neues Ausstellungsstück

Harte Arbeit mit dem Hunt

Zeugnis beschwerlicher und todbringender Arbeit: Heinz Probst und Georg Lorenz, rechts, mit dem neuesten Ausstellungsstück des Nentershäuser Heimat- und Bergbaumuseums. Das Wägelchen, Hunt genannt, diente dem Transport des Kupferschiefers aus dem Stollen. Foto:  Meyer

Nentershausen. Die Arbeit war dermaßen hart, dass, laut Nentershäuser Kirchenchronik von 1830, die Lebenserwartung gerade mal 32 Jahre betrug. Ein neues Ausstellungsstück im Nentershäuser Heimat- und Bergbaumuseum veranschaulicht eindrucksvoll die Beschwerlichkeit der Arbeit im Berg. Am morgigen Karfreitag öffnet das Museum nach der Winterpause.

Das flache Wägelchen, aus Brettern gebaut, heißt in der Bergmannssprache Kupferschieferhunt. Der Bergmann schob es vor sich her, wenn er in den Berg kroch. Nur 40 Zentimeter war der Kupferschiefer-Flöz hoch, und kaum höher war der Stollen. Hatte er das Wägelchen mühsam mit den schwarzen Kupferschieferplatten beladen, zerrte der Bergmann es, mit einer Lederschlaufe an seinem Bein befestigt, zurück ans Tageslicht.

Heinz Probst vom Museum ist überglücklich über das neue Exponat. Seit der Vereinsgründung in den 1980er- Jahren sei er auf der Suche nach einem Kupferschieferhunt. An den alten Abbaustellen rund um Nentershausen wurden die Mitglieder des Museums-Vereins nicht fündig. Bergbaufreunde in Sachsen-Anhalt entdeckten einen solchen Hunt in einer Jahrhunderte-alten Kupferschieferhalde, restaurierten ihn, statteten ihn mit gusseisernen Rädern aus und schenkten ihn den Nentershäusern.

Dort steht er nun in demjenigen Museumsraum, der die Geschichte des Bergbaus vor 1900 dokumentiert. Daneben liegen rostzerfressene Fülltröge und Werkzeuge. Die Vitrine zeigt abgenutzte Fichtenbretter, mit denen sich die Bergleute gegen Kälte und Nässe zu schützen versuchten, wenn sie den Kupferschiefer aus dem Stollen zogen.

Der Abbau von Kupferschiefer, berichtet Probst, „war das Schwerste, was es im Bergbau gab. Die handelten sich alle Krankheiten ein, die man sich vorstellen kann“, sagt Probst über die Bergleute, deren Tätigkeit einen abschreckenden Namen hatte: Krummhälserarbeit.

Das Museum ist bis Ende Oktober sonn- und feiertags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren 1,50 Euro.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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