Von Klassik über Pop bis Tango: Benefizkonzert von „Michael David and Friends“

Die Harfe einmal anders

Virtuos: Michael David brillierte mit Klassikern und Eigenkompositionen, die von der Folklore Südamerikas inspiriert waren. Fotos: Kanngieser

Bebra. Die Harfe gilt als Instrument der Engel, voller Zartheit und Empfindsamkeit. Dass sie auch ein kraftvolles und klangstarkes Instrument ist, zeigte Michael David bei einem Benefizkonzert in der Aula des Beruflichen Gymnasiums Bebra.

„Harfe in Blau – Latino Fever“ hieß das Programm, das der Musiker anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins Schule machen ohne Gewalt, kurz: Smog, präsentierte. Begleitet wurde er von seinen „Friends“, seinen musikalischen Freunden Andreas Fuß (Perkussion), Andreas Brunner (Cello) und Pete Stanley (Gesang). Dabei entlockte David schon als Solist seinem Instrument so viel Klangfülle, als sei ein ganzes Orchester zugange.

Der sympathische Mann mit Zopf interpretierte Pop-Klassiker wie „El Condor pasa“, „Ain’t no sunshine“ virtuos und mit Leichtigkeit und spielte auch viele Eigenkompositionen, die von der Folklore Südamerikas inspiriert waren. Er zeigte hinreißende Möglichkeiten des Harfenspiels und brillierte von der Klassik bis zum rassigen Tango. Er schlug Töne an, die man bei diesem Instrument kaum vermutet.

Mit temperamentvoller Leidenschaft beeindruckte Michael David ganz besonders mit dem „Harp Mambo“. Es war eine Reise nach Peru und Bolivien, erzählte der Weltenbummler, die sein Leben und seine Musik nachhaltig beeinflusst hat. Mit dem Rad war er unterwegs, traf Menschen, die zwar keine Postkarten kannten, ihm dafür aber mit umso mehr Lebensfreude und Herzlichkeit begegneten. Zu den musikalischen Klängen zeigte Michael David dem Publikum diese Eindrücke in einer Diaschau.

Michael David und seine Freunde erzählten aber auch mit ihrer Musik Geschichten. Sie spielten Compay Segundos größten Hit „Chan Chan“ (hervorragend gesungen von Pete Stanley), eine Hymne der kubanischen Musik. Höhepunkt war der „Libertango“ von Astor Piazzolla, den ein Tanzpaar und die Musiker mit herrlichen Improvisationen als Gesamtkunstwerk gestalteten. Die pulsierenden Rhythmen und Staccati gingen ins Blut, die harmonischen Wendungen und wehmütigen Klänge ins Ohr.

Die beiden renommierten Musiker Fuß und Brunner an Perkussion und Cello agierten nicht als zurückhaltende Begleiter, sondern brachten ihr Können in den musikalischen Dialog mit ein. Zusammen ließen „Michael David and Friends“ mit perlenden Läufen, wunderbar ausgespielten Melodiebögen und Virtuosität Zeit und Raum vergessen.

Von Susanne Kanngieser

Quelle: HNA

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