Hang am Kratzberg rutscht: Straße halb gesperrt

Sorgenvolle Blicke: Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald, rechts, und sein Mitarbeiter Christian Offer, links, lassen sich von Bauingenieur Gerhard Kratzenberg aus Kassel informieren, wie man mit dem Abrutschen des Hangs neben der Straße Am Kratzberg umgehen kann. Fotos: Schäfer-Marg

Rotenburg. Die schweren Regenfälle in den vergangenen Wochen haben auch einen Hang in Rotenburg, neben der Straße Am Kratzberg, in Bewegung versetzt. Die mit Pflanzen bewachsene obere Lehmschicht ist ins Rutschen geraten.

Davon betroffen ist auch ein Mietshaus am Fuße des Hangs in einem Seitenweg der Borngasse. Der auf Geotechnik spezialisierte Bauingenieur Gerhard Kratzenberg aus Kassel, der schon bei der Instandsetzung der Straße im Jahr 2000 beraten hatte, erläuterte am Montag Bürgermeister Christian Grunwald und Fachdienstleiter Christian Offer, wie es zu dem Abrutschen kommen konnte. Demnach liegt der Hang auf einer wasserundurchlässigen Tonschicht, die weiter unten von Felsen abgelöst wird. Die Lehmschicht ist durch den anhaltenden Regen aufgeweicht worden und auf dem Ton nach unten gerutscht.

Stopp an der Hauswand: Am Fuße des Hangs sammelt sich der bewachsene Lehmboden, der von oben abrutscht.

Die Straße dagegen sei sicher, erklärte Kratzenberg. Den bei deren Erneuerung sind Drahtsteinkörbe eingebaut worden, die für einen festen Baugrund sorgen. So gebe die Straße auch den Druck nicht seitlich weiter. Jetzt sollen noch weitere Untersuchungen folgen, dann soll so schnell wie möglich eine Sicherung eingebaut werden.

Am Fuße des Hangs blickt Jürgen Janousch sorgenvoll nach oben: Seiner Familie gehört das Mietshaus, an dessen Seitenwand stückweise der Lehm von oben landet. Aufzuhalten ist der Prozess derzeit kaum, erklärte Bauingenieur Kratzenberg: „Was rutscht, rutscht jetzt“, sagt er. Und: Alles, was abrutscht, soll mit einem kleinen Bagger vorsichtig entfernt werden. Den unteren Hang untersucht gerade der Rotenburger Ingenieur Hans-Dirk Janßen.

Gegen Ende der Woche soll eine Lösung für den Hang gefunden sein. Bleiben die Fragen: Wieviel wird sie kosten, und wer zahlt was? Dazu gab es am Montag noch keine Aussagen.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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