Auf Bewährung

Handy-Schwindler: Gericht verurteilt Rotenburger zu Freiheitsstrafe

Bad Hersfeld. Mit hochwertigen Smartphones, die er auf E-Bay anbot, aber nie lieferte, ergaunerte sich ein heute 22 Jahre junger Mann aus Rotenburg zwischen Dezember 2011 und dem Februar diesen Jahres in 47 einzelnen Fällen mehr als 17.000 Euro.

Sein Trick war simpel, zunächst erfolgreich, aber auf lange Sicht nicht sonderlich clever, weil man ihm auf die Schliche kommen musste: Als gewerbsmäßiger Betrüger musste er sich gestern vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld verantworten.

Hatte er die Handys zunächst nur zum Kauf angeboten, so wechselte er nach den ersten Problemen mit dieser Masche die Methode: Nun bot er die Telefone zum Tausch an und machte die ihm übersandten Geräte später zu Geld.

Dass die Sache irgendwann auffliegen musste, war eigentlich von vornherein klar: Die geprellten Kunden überwiesen die Kaufpreise auf zwei Bankkonten, die der Angeklagte unter seinem Namen eröffnet hatte. Und als er sich auf die Tauschgeschäfte verlegt hatte, ließ sich der Schwindler die Smartphones an seine Wohnadresse liefern.

Hintergrund dieser Taten war die Spielsucht des Angeklagten, der eigentlich aus dem östlichen Kreisgebiet stammt. Denn das ergaunerte Geld wurde meist gleich wieder umgesetzt und wanderte in die Automaten von Hersfelder Spielhallen.

In seinem Bestreben, an Geld zu kommen, machte der junge Mann auch vor ihm nahestehenden Menschen nicht halt: Seiner damaligen Freundin stibitzte er die EC-Karte, um nicht nur auch deren Konto für seine Geschäfte zu missbrauchen, sondern er räumte auch ihr Taschengeld ab. Einem Bekannten klaute er aus dessen Wohnung 500 Euro Bargeld. Dass der 22-Jährige trotz dieser massiv kriminellen Vorgehensweise und der Vielzahl der Taten nach der Urteilsverkündung nicht zurück hinter Gitter musste – seit dem 18. April hatte er in Untersuchungshaft gesessen – verdankte er seinem Anwalt Christian Kusche.

Soll auf Bauernhof ziehen

Der hatte nicht nur ein umfassendes Geständnis empfohlen, sondern auch Vorkehrungen für den weiteren Werdegang seines Mandanten getroffen. So soll der momentan wohnsitzlose Rotenburger alsbald auf einen fernab aller Spielhallen gelegenen Bauernhof ziehen und dort Arbeit finden. Auch der Kontakt zur Suchtberatung war bereits hergestellt.

Am Ende kam der Betrüger mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten davon, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Zusätzlich verhängte das Gericht 200 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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