Ungewöhnlich viele Kinder erkrankt

Extrem ansteckende Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Schwere Fälle sind selten

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Der typische Ausschlag an den Händen: Vor allem kleine Kinder stecken sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit an, die derzeit im Landkreis Hersfeld-Rotenburg grassiert. Aber auch Erwachsene können sich infizieren.

Hersfeld-Rotenburg. Die hoch ansteckende Hand-Fuß-Mund-Krankheit, kurz HFMK, macht im Kreis Hersfeld-Rotenburg die Runde. Vielen Menschen ist die Viruserkrankung aber nicht bekannt. Der Bebraer Kinderarzt Behcet Iscioglu beantwortet Fragen.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit überhaupt, und welche Symptome gibt es? 

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Viruserkrankung, die nur beim Menschen auftritt. In vier von fünf Fällen verläuft die Krankheit sehr mild oder ganz ohne Symptome. Die übrigen Infektionen beginnen meist, aber nicht zwingend mit Fieber. Typisch ist ein nicht juckender Hautausschlag, der sich innerhalb von ein bis zwei Tagen bildet. Dieser zeigt sich durch ebene oder erhöhte rote Flecken, manchmal mit Blasenbildung. Wie der Name der Krankheit schon sagt, sind vor allem die Handflächen, Fußsohlen und der Mundbereich betroffen. Der Ausschlag findet sich jedoch auch an anderen Körperstellen. Vor allem die Bläschen im Mund können schmerzhaft sein.

Gibt es auch schwerwiegende Fälle der HFMK? 

Die Infektion klingt nach sieben bis zehn Tagen meist ohne weitere Komplikationen von selbst ab. Schwerwiegende Fälle sind absolut selten und betreffen vor allem Neugeborene oder immungeschwächte Menschen. Komplikationen können eine Hirn- oder Hirnhautentzündung (Encephaltis/Meningitis) oder schlaffe Lähmungserscheinungen ähnlich der Kinderlähmung (Poliomyelitis) sein.

Die Krankheit betrifft vor allem Kinder. Können sich auch Erwachsene anstecken? 

Betroffen sind in der Tat meist Kinder im Kindergartenalter. Aber auch ältere Kinder und Erwachsene können sich anstecken. Der Verlauf ist aber auch während der Schwangerschaft meist sehr mild oder völlig unauffällig. Dennoch sollte bei einer bekannten Infektion der Kontakt zu Schwangeren gemieden werden.

Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit behandelt? 

Eine spezifische direkte Therapie gibt es genausowenig wie ein Impfserum. Das ist in den allermeisten Fällen auch nicht notwendig. Daher reicht es aus, die Symptome zu bekämpfen. Bei Bedarf kann man etwa ein schmerzlinderndes oder fiebersenkendes Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen verabreichen.

Die Krankheit ist sehr ansteckend. Wie wird sie übertragen? 

Die Ansteckung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch. Eine Übertragung durch die Hände spielt dabei eine wesentliche Rolle, aber auch durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel und Tröpfchen kann man sich infizieren. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der ersten Symptome vergehen etwa drei bis zehn Tage, im Durchschnitt fünf Tage. Die hoch ansteckende Phase dauert dann ungefähr eine Woche bis zu zehn Tage. Solange jedoch noch ein Ausschlag zu sehen ist, besteht auch noch eine Ansteckungsgefahr.

Was kann man tun, um eine Ausbreitung der HFMK zu verhindern? 

Alle Erkrankten sollten Gemeinschaftseinrichtungen jeglicher Art meiden. Kindertagesstätten verlangen daher auch eine Erklärung vom Arzt, dass ein erkranktes Kind wieder die Einrichtung besuchen kann. Desinfektionsmittel für die Hände kann dabei helfen, die Erreger nicht weiterzutragen. Aber wenn die Hände regelmäßig und gründlich gewaschen werden, ist das nicht zwingend erforderlich.

Kann man sich mehrfach anstecken? 

Während einer Infektion bilden sich typspezifische Antikörper und somit eine Immunität gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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