Kostengründe: Rotenburg schafft das Wildgehege ab

Auf der Flucht: Im Rotenburger Wildgehege lebt Damwild, darunter sogar ein oder zwei schwarze Tiere – eine Seltenheit. Foto: Janz

Rotenburg. Es war ein denkwürdiger Auftritt von Heinz Schlegel vor dem Rotenburger Stadtparlament. Der CDU-Stadtverordnete und Jäger griff zu markigen Worten, als es um die Zukunft des Wildgeheges im Heienbach ging. „Das ist das Halali für den Wildbestand“, sagte Schlegel.

Auf Vorschlag des Magistrats sollen Hirsche, Rehe, Wildschweine und Ziegen einem Tiergehege mit Streichelzoo Platz machen. Hintergrund ist das Bemühen, die Kosten für die Stadtkasse zu senken.

Dem stimmten alle Stadtverordneten zu, auch Schlegel. Als Jäger blute ihm zwar das Herz, aber es sei natürlich notwendig, die Ausgaben zu reduzieren, sagte Schlegel nach der Sitzung. Währenddessen hatte er noch von einem „Blutzoll des Wildes für die Konsolidierung des Etats“ gesprochen.

Laut Haushaltsplan hat das Wildgehege im vergangenen Jahr 34 000 Euro gekostet, für 2012 sind 24 000 Euro angesetzt. Künftig wird die Stadt nur noch 7000 Euro für den Unterhalt des Geländes bezahlen, das an den Landwirt Lars Klöpfel abgetreten wird. Er wird dort ein Tiergehege für gefährdete Haustierrassen und einen Streichelzoo einrichten. Die Vereinbarung umfasst neben dem Gelände des Wildgeheges auch die benachbarte Streuobstwiese und die Wiesenfläche im Heienbach, wo im Winter die Schlittschuhbahn ist.

Fotos: Leben im Rotenburger Wildgehege

Leben im Rotenburger Wildgehege

„Es geht darum, das Gelände zu einem attraktiven Naherholungsgebiet zu machen“, sagte Bürgermeister Christian Grunwald (CDU). Er versprach außerdem, dass Rotenburger und Gäste die Anlage auch künftig kostenlos besuchen können.

Das überzeugte alle Fraktionen, wenn auch mit Vorbehalten: „Das tut schon weh, wenn Rotenburg dieses Kleinod aus der Hand gibt“, sagte Peter Knierim (SPD).

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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