Musikprojekt "Die Gedanken sind frei" führt verschiedene Kulturen zusammen

Häppchenweise integriert: Beim Kultursommer-Konzert gibt es internationale Köstlichkeiten

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Internationale Spezialitäten: Um das Catering zwischen den heutigen Konzerten in Rotenburg kümmern sich Rotenburger Frauen und Flüchtlinge. Von links: Ulrike Schedensack, Klaudia Michulla, Sadaf Dourandish, Parvaneh Darvishnezhad, Esra Tamimi, Betlhem Asfaw und Marie-Luise Plümpe.

Rotenburg. Zusammen haben sie Wörter nachgeschlagen, Einkaufslisten geschrieben, Besorgungen gemacht. Wenn am Samstag Deutsche und Flüchtlinge in der Rotenburger Jakobi-Kirche gemeinsam Musik machen, dann werden auch die Häppchen in der Pause zwischen den Konzerten international sein.

Um die internationalen Köstlichkeiten kümmert sich eine Gruppe Rotenburger Frauen. Seit Monaten arbeiten Eva Gerlach und Stefan Kling, angeregt von der Intendantin des Kultursommers, an verschiedenen Orten in Nordhessen an dem Musikprojekt „Die Gedanken sind frei“, das Menschen aus vielen Kulturen zusammenführt und zur Integration beitragen soll.

Ebenfalls vom Kultursommer kam die Idee, dazu Köstlichkeiten anzubieten aus den Ländern, aus denen die beteiligten Flüchtlinge stammen - unter anderem Äthiopien, Eritrea, dem Iran, Syrien und Afghanistan. Marie-Luise Plümpe, Klaudia Michulla, Ulrike Schedensack und weitere Frauen engagieren sich in Rotenburg seit langem im Café International, wo sich Flüchtlinge und Einheimische einmal wöchentlich begegnen.  

Dass die Flüchtlinge leckere Rezepte parat haben, wissen die Frauen, denn die Helferinnen haben sich mit Flüchtlingsfamilien angefreundet, und viele waren dort schon zum Essen eingeladen. Dünne Teigfladen mit Rindfleisch gab es dann oder Teigröllchen mit Gemüsefüllung und scharfen Gewürzen. Eine Herausforderung für die Planerinnen war das Fest des Fastenbrechens nach Ende des Ramadans, das die muslimischen Frauen in den vergangenen Tagen stark in Anspruch nahm.

Überhaupt sei die Abstimmung aufgrund der verschiedenen Mentalitäten manchmal schwer, berichtet Marie-Luise Plümpe. „Die Hetze, die wir so veranstalten, die haben viele nicht“, sagt Ulrike Schedensack und lacht. Sie würden voneinander lernen.

Die Kosten für die Lebensmittel übernimmt das Dekanat. Ab etwa 19 Uhr werden die Frauen und die Flüchtlinge die Spezialitäten kostenlos auf dem Marktplatz anbieten. Um die Versorgung mit Getränken schon ab 16 Uhr kümmert sich der Rotenburger Lehrer Gernold Jansky mit Schülern der Jakob-Grimm-Schule. Die Konzerte beginnen um 17 und um 20 Uhr.

Quelle: HNA

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