Vom Leader-Förderprogramm profitieren Kommunen, Vereine und Privatpersonen

Gute Ideen für die Region

Leader-Vertreter im Generationenparcours in Unterhaun – auch ein Projekt, das mit Fördergeld der EU und des Landes realisiert wurde: links Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann, der seit März Vorsitzender des Leader-Beirats ist. Daneben von links Ulrike Krauß-Seeber, Annegret Barke, Nentershausens Bürgermeister Ralf Hilmes, Sigrid Wetterau, Schenklengsfelds Bürgermeister Stefan Gensler, Antje Ross, Wilhelm Steinhauer und Völker Nöding. Foto: Maaz

Unterhaun. Die Region stärken und noch lebenswerter machen: Das sind die Ziele des sogenannten Leader-Förderprogramms und des Regionalforums Hersfeld-Rotenburg.

Mindestens 2,06 Millionen Euro stehen dafür bis 2020 zur Verfügung. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten rund um Leader.

Was verbirgt sich eigentlich hinter Leader?

Leader ist ein Programm der EU und des Landes Hessen. Es soll die Entwicklung ländlicher Regionen unterstützen. „Leader“ steht für „Liaison entre actions de developpement de l’économie rurale“, übersetzt: „Verbindungen zwischen Aktivitäten zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Von 2008 bis 2013 war Hersfeld-Rotenburg erstmals Leader-Förderregion. Für 2014 bis 2020 ist der Landkreis erneut anerkannt worden.

Er gehört damit zu 24 hessischen Regionen, die das Land Hessen für die Förderung durch die EU ausgewählt hat.

Welches Konzept wird im Kreis verfolgt?

Das Leader-Konzept enthält vier Handlungsschwerpunkte: Daseinsvorsorge und Lebensqualität, Landnutzung, Naturerleben und Tourismus, regionale Wertschöpfung sowie Bildung und Kultur. Die Fördermittel von mindestens 2,06 Millionen Euro sollen der Entwicklung kleiner Unternehmen, von Mobilität und Öffentlichkeitsarbeit für die Region, Projekten des Gemeinwesens, von Tourismus und Erholung, der Landschaftspflege und des Naturerlebens, von Bildung und Kultur dienen.

Wer kann sich für eine Förderung bewerben?

Unterstützt werden sowohl Kommunen, Vereine und sonstige Initiativen wie auch Privatpersonen. Die Ideen und Vorhaben müssen natürlich in das Konzept passen. Möglich sind zum Beispiel auch Zuschüsse für Existenzgründungen. In Friedewald ist seit 1. September eine Physiotherapie-Praxis in Betrieb, die über Leader gefördert wurde. Denn während es in der Stadt genug solcher Praxen gibt, könnten auf dem Land so Defizite verringert werden, wie Ulrike Krauß-Seeber vom Landkreis erläutert.

Wer entscheidet über die Anträge?

Über die Förderwürdig- und -fähigkeit entscheidet der 13-köpfige Leader-Beirat in Abstimmung mit dem Fachdienst Ländlicher Raum beim Landkreis. Dieser muss sein OK geben und das Geld freigeben. Dem Beirat gehören Vertreter aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen sowie der Kommunen an. Den Vorsitz hat inzwischen Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann übernommen.

Welche Projekte sind im Kreis Hersfeld-Rotenburg bereits gefördert worden?

In der Förderperiode 2008 bis 2014 sind 60 Projekte gefördert worden mit einer Wertschöpfung von vier bis fünf Millionen Euro. Sieben Existenzgründungen wurden unterstützt. Zu den mittelgroßen Projekten zählen etwa der Kunstwanderweg Ars Natura und der Premiumwanderweg Tannenburg (siehe unten). Erstes genehmigtes Projekt der aktuellen Förderperiode ist das Haunecker Internetangebot für Senioren „Hics“.

Welches Fazit ziehen die Verantwortlichen bis jetzt?

„Wir haben bereits einiges auf den Weg gebracht und schon viel erreicht“, sagt Regionalmanagerin Sigrid Wetterau. „Vor allem im Bereich Tourismus.“ Leader zeige Wirkung, müsse allerdings noch bekannter werden.

Wo können sich Interessierte melden?

Ansprechpartner in der Leader-Geschäftsstelle sind Projektassistentin Annegret Barke für das Regionalforum in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Regionalmanagerin Sigrid Wetterau. Die Untergrenze für Projekte beträgt 10 000 Euro, die Höchstgrenze etwa 200 000 Euro, etwa für Bauvorhaben. Kontakt sigrid.wetterau@regionalforum-hef-rof.de, Telefon 06621/944170; annegret.barke@wfg-hef-rof.de, Tel. 06621/944171.

Quelle: HNA

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