Vor drei Jahren öffnete Muzkkka mit Dalí-Ausstellung

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Verwaist: Am Eingang zur ehemaligen Muzkkka-Villa erinnert ein großer Dalí-Schnurrbart an das Museum. Darunter die nachgemachte Signatur des Künstlers.

Rotenburg. Lustige Idee, die Begeisterung und Engagement widerspiegelte: Gemalte Dalí-Schnurrbärte auf den Bürgersteigen sollten den Weg zum Museum weisen. Vor drei Jahren begann die erste Ausstellung mit Bildern von Salvador Dalí im Muzkkka, dem Museum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur.

Mehr als zwei Jahre später schloss das Muzkkka wieder. Die Schnurrbärte sind inzwischen stark verblasst oder vom Regen weggewaschen. Wie war das damals mit dem Muzkkka? Und welche Zukunft hat die Kunst in Rotenburg? Wir fragten Menschen, die mit dem Muzkkka verbunden waren.

Das Muzkkka im Regiowiki

Kunstpädagogin Rita Wetzel machte Führungen im Museum: „Das Museum hat mir die Möglichkeit gegeben, Kunst in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Kunst muss vermittelt werden, weil sie nicht jedem gleich zugänglich ist. Mir persönlich ist die Beschäftigung mit Kunst nicht genommen. Ich habe das Gefühl und finde es schade, dass die Stadt Kunst nicht vermisst.“

Kerstin Schulz leitet die Tourist-Information Rotenburg: „Früher kamen viele Gäste und erkundigten sich nach dem Weg zum Muzkkka und nach Öffnungszeiten. Das Schönste war, wenn der Name durcheinandergeworfen wurde. Eine Frau fragte nach dem „Muzaka“. Die Stadt stellt gerne den Bürgersaal für künftige Ausstellungen zur Verfügung. Nur ist das schwer zu kombinieren, wenn gleichzeitig Ausstellungen und Veranstaltungen sind.“

Lothar Kolb leitet Kunst-AGs an der Jakob-Grimm-Schule: „Das Muzkkka hat die Kunsterzieher in Rotenburg ganz mächtig animiert, im Unterricht auf die Künstler einzugehen und das Museum mit den Kindern zu besuchen. Professor Keim hat weltberühmte Künstler hergeholt.“

Dr. Eckehard Dworok setzte sich mit für den Erhalt des Museums ein und stellt eigene Aquarelle aus: „Die Stadt hätte auch den Absprung von Dr. Keim in Kauf nehmen und das Muzkkka erhalten sollen. Ich hoffe darauf, dass der Verein „Gemeinsam in Rotenburg“ einen Platz findet, wo außerhalb des Bürgerzentrums dauerhafte Veranstaltungen künstlerischer Art stattfinden können.“

Stefan Berge ist Buchhändler und hat mit dem Museum zusammengearbeitet: „Wir haben damals unsere Schaufenster im Hundertwasser-Stil gestaltet. Viele Kunden kamen nach dem Ausstellungsbesuch und erkundigten sich nach Kunstbüchern. Dalí und Hundertwasser waren der Knaller.“

Patricia Nell war zuletzt Assistentin des Museumsdirektors: „Das Muzkkka war ein lebendiger Ort. Die Hundertwasser-Ausstellung hat Kindergarten- und Schulkinder und die ältere Generation angesprochen und eine ganze Menge bewegt. Im Verein „Gemeinsam in Rotenburg“ wird es eine Arbeitsgruppe geben, die Kunst in die Stadt bringen soll, auch unter dem pädagogischen Aspekt.“ (zmy)

Quelle: HNA

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