Spannendes Programm bei Bebraer Ferienspielen – 125 Kinder machten mit

Gummibär und Nashorn

Dieser Teig ist nicht essbar, aber schöne Figuren lassen sich daraus formen: Paula, Elias, Michael, Victoria, Sophia, Lara, Adrian, Sefkan und Ashley kneten mit Salzteig. Fotos: Meyer

Bebra. Elias sieht aus, als hätte jemand einen Sack Mehl über ihn ausgeschüttet. Seine Augen schauen aus einem weiß gepuderten Gesicht heraus. Der Achtjährige sitzt an einer langen Tischreihe im Flur der Brüder-Grimm-Gesamtschule und formt aus Salzteig eine runde Scheibe mit zwei runden Löchern. Eine Schweinenase, erklärt er nüchtern. Elias ist eins von 125 Kindern, die in der vergangenen Woche an den Bebraer Ferienspielen teilgenommen haben.

Fast 20 Kinder toben rund um die Tische voller Mehl, voller Schüsseln und Teller mit Salzteig. Der achtjährige Adrian aus Breitenbach knetet einen Klumpen Teig und erzählt, was er in dieser Woche schon erlebt hat: Am Dienstag hat er mit den anderen Kindern Gummibärchen aus Saft und Gelatine gemacht. Am Mittwoch waren die Kinder im Zoo in Frankfurt. Adrian hat außergewöhnliche Filmaufnahmen gemacht: zwei sich prügelnde Erdmännchen. „Ich habe Nashörner gesehen“, ruft Sefkan, acht Jahre, dazwischen. Und ein Affe hat ihn angesprungen - zum Glück war der hinter einer Scheibe.

Die 16-jährige Lara aus Rotenburg und der 15-jährige Michael aus Bebra tragen hier Sorge für die Kinder. Sie sind zwei von fast 30 Betreuern, die den Kindern ein spannendes und abwechslungsreiches Ferienprogramm bieten. „Ihr müsst langsam machen“, ruft Michael zwei tobenden Jungs fürsorglich zu. „Der Boden ist rutschig durch das Mehl.“ Wie sind die beiden zu Betreuern geworden? Lara wurde von der Schulsozialarbeiterin angesprochen, Michael war früher selbst Kind bei den Ferienspielen und ist so in die Betreuerrolle hineingewachsen.

Selbstläufer geworden

Solche Entwicklungen gefallen Uli Rathmann, der das Ereignis als Stadtjugendpfleger mit organisiert hat. Rathmann ist glücklich darüber, dass die Ferienspiele in den vergangenen Jahren zum Selbstläufer geworden sind. „Die Betreuer fliegen uns zu“, scherzt er. Viele Kinder würden die feste Institution der Ferienspiele so liebgewinnen, dass sie auch dann noch dabei sein wollen, wenn sie aus dem Kindesalter herausgewachsen sind. Dann werden sie eben Betreuer und helfen so mit, der nächsten Generation wiederum unvergessliche Ferienspiele zu bereiten.

Während im zweiten Stock alles nach Salzteig und Mehl schmeckt, sitzen eine Etage tiefer zehn Mädchen und knüpfen Ketten aus bunten Perlen. Jede Gruppe hat ihr eigenes Motto. Die Steinzeitkinder verwandeln graue Pappen mit alten Zeitungen, grauer Farbe und Pappmaché-Leim in Felslandschaften.

Herzen auf der Wange

Die Hippiekinder huschen in eigenhändig gebatikten T-Shirts mit Friedenszeichen und Herzen auf der Wange durch den Schulflur. In der Turnhalle wird Fußball gespielt, und in einem Raum üben zwölf Mädchen einen Tanz ein. Noch wenige Stunden, dann sind die Osterferienspiele in Bebra leider wieder vorbei.  hintergrund

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

Kommentare