Fünf Waggons springen aus den Schienen

Bebra: Güterzug entgleist - Spezialkräne im Einsatz

Bebra. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Bebra ist am Montagabend ein Güterzug teilweise entgleist. Die fünf letzten Waggons sprangen aus den Schienen, meldet die Bundespolizei. Bei der Bergung waren Spezialkräne im Einsatz.

„Es hat einen Riesenschlag getan. Ich wusste sofort, da ist was passiert.“ So reagierten Anwohner auf das, was am Montagabend nahe dem Güterbahnhof Bebra geschehen war.

Ein aus Richtung Norden kommender Güterzug war gegen 21.30 Uhr kurz vor der Bahnhofseinfahrt entgleist. Fünf Waggons sprangen an einer Weiche aus den Schienen, schildert Benny Roob, Sprecher der Bundespolizei in Kassel, was geschehen war. Ein Lichtmast, der neben der Strecke stand, wurde dabei umgerissen, fiel auf die Oberleitung und verursachte damit einen Kurzschluss. Dadurch kam der 700 Tonnen schwere Zug nach 800 Metern am anderen Ende des Bahnhofs endgültig zum Stehen, berichtet die Bundespolizei.

Auf seiner Unfallfahrt beschädigte der Zug Gleise und Gleisbett. So erklärt sich auch der Schaden, den Polizeisprecher Roob im „hohen sechsstelligen Bereich“ vermutet. Die Summe könnte also an eine Million Euro heranreichen. Menschen kamen bei dem Unfall glücklicherweise nicht zu Schaden. Der Zug, der auf dem Weg von Bremerhaven zurück nach Süddeutschland war, war komplett unbeladen. „Menschliches Versagen können wir als Ursache ausschließen“, erklärte Roob. Auch sei nicht an den Gleisen manipuliert worden. Vermutlich sei ein technischer Defekt Grund für das Entgleisen.

Güterzug bei Bebra entgleist

Dafür gebe es erste Hinweise, hieß es am Dienstag. Genaueres sollen Ermittlungen sowie die Auswertung von Stellwerksdaten noch ergeben. Soviel aber sei laut Roob wohl klar: „Der Fehler lag am Waggon, nicht an der Weiche.“ Neben den Beamten der Bundespolizei war auch das Eisenbahnbundesamt an den Ermittlungen beteiligt. Die fünf Waggons waren zunächst beschlagnahmt. Erst als die Untersuchungen abgeschlossen waren, konnten sie von zwei schweren Kränen wieder auf die Gleise gehoben werden. Der Rest des mehrere hundert Meter langen Zuges war schon zuvor abgekoppelt worden und hatte seine Fahrt fortsetzen können. Der Personenverkehr sei durch den Unfall nicht beeinträchtigt worden, sagte Pressesprecher Roob. Der Güterverkehr sei umgeleitet worden.

Quelle: HNA

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