Brücke wurde 1902 zerstört

Gruß aus dem Jahr 1897: Alte Postkarte zeigt Bauwerke aus Breitenbach

Breitenbach. Das örtliche Forsthaus, die Kirche, die Fuldabrücke. Keine außergewöhnlichen Motive für eine Postkarte mit Ansichten eines kleinen Dorfs. Doch keins der Bauwerke ist mehr, wie es auf der vergilbten Schwarz-Weiß-Karte zu sehen ist.

„Die Karte stammt aus dem Jahr 1897“, erklärt Günther Eckhardt nicht ohne Stolz. „Es ist wahrscheinlich die älteste Aufnahme, die es von meinem Dorf gibt.“ Das Dorf ist Breitenbach an der Fulda, heute längst von der Stadt Bebra eingemeindet.

Einzig die Kirche steht noch. Sie wurde allerdings in der Zwischenzeit umgebaut. Auf der Ansichtskarte ist noch die Sonnenuhr an der Front zu erkennen, die längst durch eine mechanische Uhr ersetzt wurde. Das alte Forsthaus mit Scheune wurde 1914 abgerissen und zwei Jahre später durch einen neuen Bau ersetzt.

Eisgang auf der Fulda

Nur wenige Jahre, nachdem die Aufnahme entstand, verschwand bereits die alte Holzbrücke über die Fulda. Im Dezember 1902 wurde sie durch Eisgang auf dem Fluss zerstört, berichtet Günther Eckhardt. Die Ansichtskarte gelangte „auf Umwegen“ in seine Hände. „Ich habe sie von einem Sammler aus dem Raum Kassel, der auf solche Karten spezialisiert ist“, sagt der Breitenbacher. Was ihn das gute Stück gekostet hat, darüber schweigt Eckhardt, dessen Hobby es ist, über die Vergangenheit Breitenbachs zu forschen.

Die Postkarte ist längst nicht der einzige heimatkundliche Schatz, den er hütet. Als einst die Breitenbacher Kirche umgebaut wurde, war dort für zwei Tafeln kein Platz mehr. Auf ihnen standen die Namen jener Männer aus Breitenbach und dem benachbarten Lüdersdorf, die im Krieg 1814 ihr Leben verloren.

„Die wollten sie nicht mehr haben“, erinnert sich Günther Eckhardt. „Da habe ich sie mir einfach unter den Arm geklemmt und mitgenommen. Jetzt hängen sie bei mir im Treppenhaus.“

Quelle: HNA

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