Auch im Kreis fallen zunehmend Immobilien ans Land

Grundstücke: Immer mehr Erben winken ab

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der Grundstücke und Häuser im Kreis Hersfeld-Rotenburg, die von Erben nicht mehr übernommen werden oder deren Eigentum aufgegeben wird, nimmt zu. Neben dem demografischen Wandel spielen dabei vor allem finanzielle Gründe eine Rolle. Dramatisch wird die Entwicklung im Kreis allerdings noch nicht angesehen.

Die sogenannten Fiskalerbschaften, bei denen das Land Hessen die Erbschaft antritt (siehe Hintergrund), ist im Kreis von Ende 2010 bis Ende 2013 von 60 auf 105 gestiegen. Gerade einmal 17 Grundstücke konnte das Land aus diesem Fundus in diesem Zeitraum wieder verkaufen.

Die Zahl von herrenlosen Grundstücken, also vom Besitzer aufgegebenes Eigentum, stieg von 2011 bis 2013 von neun auf 14. Diese Zahlen nannte die Pressesprecherin des Hessischen Immobilienmanagements (HI), Renate Gunzenhauser, auf Anfrage, schränkte aber ein, dass es im Bereich der herrenlosen Grundstücke keine endgültigen Zahlen seien. Das Land kann, muss sich aber nicht diese Grundstücke aneignen. Hessenweit stieg die Zahl der Fiskalerbschaften von 2010 bis 2013 um 900 auf 2061.

„Fiskalerbschaften sind eher ein Sorgenkind“, sagte Gunzenhauser. In den meisten Fällen wird die Erbschaft nämlich aus finanziellen Gründen ausgeschlagen, das heißt, die Grundstücke und Gebäude sind überschuldet. Sie müssen in aufwendigen und personalintensiven Verfahren und Verhandlungen mit Gläubigern überhaupt erst verkaufsreif gemacht werden – ohne Garantie, dass das Land sie dann auch los wird.

Das Land ist auch für die Verkehrssicherungspflicht zuständig, mögliche Gefahren für die Allgemeinheit müssen ausgeschlossen werden. Da kommen die Kommunen ins Spiel – sie springen oft ein, weil sie diese Arbeit vom Land nicht ausreichend gewährleistet sehen. Hintergrund

Zum Tage, Seite 3

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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