Etwa 126 Euro mehr für Einfamilienhaus

Gemeinde Wildeck bittet zur Kasse

Wildeck. Die schlechten Nachrichten für die Wildecker reißen nicht ab: Um das Loch im Haushalt zu stopfen, wird die Gemeinde aller Voraussicht nach die Hebesätze für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) und die Grundsteuer B (Grundstücke) noch weiter anheben:

Und zwar in den Jahren 2014, 2015 und 2016 jeweils um 75 Prozentpunkte. Das ist ein zentraler Punkt im Haushaltssicherungskonzept 2014 bis 2016, das die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen hat. Dafür stimmten sechs Fraktionsmitglieder der CDU, sowie jeweils zwei der Grünen und der FWG. Aus der SPD gab es sieben Nein-Stimmen und vier Enthaltungen. Außerdem enthielten sich zwei FWG-Mitglieder und ein CDU-Mitglied. 

Der Ergebnishaushalt der Gemeinde, der die Kosten für den laufenden Betrieb erfasst, muss bis 2016 ausgeglichen sein. Das hat die Kommunalaufsicht der Gemeinde zur Auflage gemacht. Ende 2013 klafft im Wildecker Ergebnishaushalt voraussichtlich ein Loch von 570 000 Euro. Wann wird es wie teuer? Die Hebesätze für die Grundsteuer waren bereits zum 1. Januar 2013 von 300 auf 350 Prozentpunkte angehoben worden. Der Besitzer eines Einfamilienhauses mit einem Grundstück von 870 Quadratmetern zahlt zurzeit 197 Euro Grundsteuer pro Jahr. 

Tobias Bornschier, der in der Gemeinde für die Finanzen zuständig ist, erläuterte auf Anfrage unserer Zeitung, was die erneute Anhebung für die Wildecker bedeutet. Ab 2014 muss der Besitzer des Einfamlienhauses 239 Euro Grundsteuer pro Jahr bezahlen, ab 2015 etwa 281 Euro, ab 2016 323 Euro. Für Grundstücksbesitzer steigen die Kosten damit bis 2016 um 39 Prozent. Das Parlament muss dann jedes Jahr noch einmal grünes Licht für die geplante Anhebung der Grundsteuer geben. Alternativen aber sind zur Zeit nicht in Sicht, betonte der Erste Beigeordnete Steffen Sauer. 

Die Gemeinde rechnet durch die Anhebung der Grundsteuern bis 2016 insgesamt mit Mehreinnahmen von etwa 235 000 Euro. Wildeck hofft außerdem ab 2014 auf höhere Schlüsselzuweisungen vom Land - eingeplant sind Mehreinnahmen in Höhe von 535 000 Euro. Grund ist der Zensus, bei dem sich herausgestellt hatte, das Wildeck doch mehr als 5000 Einwohner hat. 

Die Gemeinde muss allerdings wegen der höheren Einnahmen auch eine erheblich höhere Kreis- und Schulumlage zahlen. Ronshausen als Vorbild „Wie Ronshausen das vorgemacht hat, sollten auch wir Bürger und Vereinsvertreter zu Workshops einladen, um gemeinsam über mögliche Einsparungen nachzudenken“, erklärte Sauer.

Von René Dupont

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Quelle: HNA

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