Automobilzulieferer aus Nentershausen

AE Group sucht Fachkräfte und will nicht nur mit Geld locken

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Eine gute Idee: Die Werkstudenten Adrian Keck (links) und Jens Hollstein der AE Group haben mit einer Prüfvorrichtung für Dichtungen den Innovationspreis des Metall- und Elektroverbands gewonnen, den Verbandsreferentin Frauke Syring übergab.

Nentershausen. Vor gut fünf Jahren war die AE Group insolvent, jetzt ist sie auf Wachstumskurs. Der Automobilzulieferer will bis 2018 insgesamt 140 neue Mitarbeiter einstellen.

In der ländlichen Region ist das kein einfaches Unterfangen für das Unternehmen mit Hauptsitz in Gerstungen und Gießerei in Nentershausen. Schon bis Ende 2016 werden 80 bis 100 Werkzeug- und Industriemmechaniker, Werkstoffprüfer, Informatikkaufleute und andere Angestellte gesucht. „Für einen Personaler ist das eine schöne Situation, wenn ein Unternehmen in diesem Umfang wachsen will“, sagt der neue Personalchef Dr. Matthias Mono. Der 53-Jährige aus Freiburg ist selbst erst seit Mai an Bord. Seine Aufgabe ist es, Fachkräfte in eine Region zu locken, die mit der Attraktivität von Frankfurt, München und Co. nur schwer konkurrieren kann.

Zudem zahlt die AE Group derzeit noch unter dem branchenüblichen Tarif - eine Folge der Insolvenz, gibt Mono zu, der Fachkräfte ohnehin nicht nur übers Gehalt locken will: „Eine faire Bezahlung ist selbstverständlich, aber wer für Geld kommt, der geht auch für Geld.“

Er will vielmehr in der AE Group ein Klima schaffen, in dem alle gern arbeiten, an der Aufbruchstimmung teilhaben wollen und sich einbringen. Die Rahmenbedingungen stimmen: 2014 wurde eine schwarze Null geschrieben, die Auftragsbücher sind voll, die Wachstumsprognose gut. Lehrlinge werden bei entsprechender Leistung fast sicher übernommen, selbst Quereinsteiger haben Chancen.

Dr. Matthias Mono

Deshalb besucht Personalreferentin Nadja Sachse mit den Dualen Studenten der Firma jede Schul- und Ausbildungsmesse in der Region. „Jeder Schüler muss ein Jahr vor dem Abschluss wissen, dass es uns gibt“, fordert Mono. Schließlich konkurriere die AE Group mit anderen um die Fachkräfte in einer Region, die schon jetzt eine niedrige Arbeitslosigkeit hat.

Bei diesen Gelegenheiten erzählen dann angehende Ingenieure wie Jens Hollstein und Adrian Keck, wie sie die AE Group erleben: Sie können Ideen im Rahmen ihres dualen Studiums nicht nur zu Papier bringen, sondern gleich in der Praxis umsetzen. Das sei dieses Klima der Offenheit, das sich Mono für die ganze Firma wünscht. Noch sei es nicht überall so weit, aber das könne man eben nicht mit einem Federstrich beschließen.

Eine Idee begeistert

Adrian Keck und Jens Hollstein kennen sich schon aus der Lehre. Der 23-jährige Keck aus Blankenheim, der jetzt in Asmushausen wohnt, und der 35-jährige Hollstein, der mit seiner Familie in Ringgau-Grandenborn lebt, haben beim Solarunternehmen SMA eine Mechatroniker-Ausbildung gemacht. Jetzt sind sie Duale Studenten bei der AE Group und büffeln bei der Technischen Hochschule Mittelhessen in Bad Hersfeld.

In der Gießerei des Automobilzulieferers gab es immer wieder Probleme mit den Vakuumventilen, über die Luft aus den Gussformen gesogen wird. Sie verschmutzen, müssen getauscht und gereinigt werden. Doch es gab bislang keine Möglichkeit zu testen, ob die generalüberholten Ventile tatsächlich funktionieren.

Das haben Hollstein und Keck geändert. In sechs Wochen haben sie einen Apparat entwickelt und gebaut, der schnell und eindeutig prüft, ob ein gereinigtes Vakuumventil funktioniert. Das reduziert die Reparaturzeiten an der Maschine, senkt den Ausschuss beim Gießen und spart damit der AE Group Geld.

Mit ihrer Erfindung haben die beiden Werkstudenten nicht nur die eigenen Vorgesetzten begeistert, sondern auch die Jury beim Innovationswettbewerb der Metall- und Elektrounternehmen. Dort haben die angehenden Ingenieure der AE Group den ersten Preis gewonnen.

Quelle: HNA

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