Großer Bahnhof und lobende Worte: Dr. Karl-Ernst Schmidt geht in den Ruhestand

Volles Haus: Viele Besucher waren zur Verabschiedung von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt auf den Obersberg gekommen.

Bad Hersfeld. Fast hätte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt noch eine Amtszeit dranhängen müssen, denn der Andrang der Gäste und die vielen lobenden Reden drohten die letzten Minuten der Legislaturperiode zu sprengen.

In einer langen Schlange stauten sich die Gratulanten vor dem Audimax.

Trotz Ferienzeit hatten es sich viele nicht nehmen lassen, Karl-Ernst Schmidt für seine Arbeit zu danken. Allen voran Landesvater Volker Bouffier, der nach seinem Besuch in Erstaufnahmelager in Rotenburg direkt nach Bad Hersfeld gekommen war.

Als eine Persönlichkeit, die weit über den Landkreis hinaus anerkannt wird, würdigte der Ministerpräsident den Landrat in seiner launig-herzlichen Rede. Schmidt habe eine „gewaltige Karriere vom Landwirtschaftsgehilfen zum Landrat“ gemacht und sei trotzdem immer am Boden geblieben zu sein: „Nenterhausen verführt auch nicht zur große Agenda“, meinte Bouffier augenzwinkernd.

Danach kamen bei der Feier, die vom „Hausherrn“ des Audimax, MSO-Schulleiter Karsten Backhaus, moderiert wurde, Vertreter der verschiedenen Bereiche zu Wort, mit denen ein Landrat so zu tun hat.

Der Kreistagsvorsitzende Horst Hannich:

... zählte noch einmal die Meilensteine der Amtszeit des Landrats auf - und das dauert ziemlich lange, denn es waren doch viele.

Hannich würdigte den „enormen Fließ und persönlichen Einsatz“ von Karl-Ernst Schmidt und betonte, dass sie beide stets ein auf „Respekt gegründetes, freundschaftliches Miteinander“ gepflegt hätten. Allerdings sei der Erfolg in der Kommunalpolitik immer auch Teamarbeit.

Der politische Weggefährte Herbert Höttl:

... konnte diese Einschätzung wohl nur unterschreiben. „Du bis immer einer von uns geblieben“, sagte Höttl und bescheinigte Schmidt, „für die Menschen im Kreis gelebt und gearbeitet“ zu haben. Unehrlichkeit und Floskeln seien nicht sein Ding, und der Mensch habe für Schmidt immer vor der Partei gestanden.

Der Personalratsvorsitzende Gerhard Eckstein:

... lobte, dass Schmidt viel für die über 900 Mitarbeiter des Landratsamtes stets ein „gradliniger und fairer Dienststellenleiter“ gewesen sei, der seinen Standpunkt energisch vertreten konnte, aber auch Argumenten zugänglich war. Die Mitarbeiter schenkten ihm einen Mini-Hochsitz und ein Geweih in Anspielung auf sein Hobby im Ruhestand.

Abschied mit Wehmut

Sichtlich gerührt trat dann auch der scheidende Landrat selbst ans Mikrophon und hielt seine vermutlich letzte lange Rede in diesem Amt, in der er nochmal auf die Stärken des Landkreises einging.

Er dankte allen Weggefährten und Beschäftigten - mit besonders herzlichen Worten natürlich seiner Familie aber auch seinen engsten Mitarbeitern Elke Spangenberg aus dem Sekretariat, „mit der ich mehr Zeit als mit meiner Frau verbracht habe“, und seinem Fahrer Olaf Meckbach, mit dem er über 500 000 Kilometer zurückgelegt hat.

Lange Reden machen hungrig, sodass das Grillbuffet der Firma Schäfer aus Niederaula nach dem Festakt dicht umlagert war und Landrat Schmidt noch lange gefeiert wurde.

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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