Diskussion um Wolf-Dietrich von Verschuer

Lokschuppen: Bürgermeister empört über Vergleich mit den Taliban

Der Zugang zum Bahnhof aus Richtung Gilfershäuser Straße heute.

Bebra. Mit seiner „Wortwahl sowie seiner Tatsachenverdreherei“ habe sich Wolf-Dietrich von Verschuer disqualifiziert, erklärt Bürgermeister Horst Groß in seiner Antwort auf von Verschuers Vorwurf der „Talibanisierung in Bebra“.

Von Verschuer hatte diesen Begriff in Zusammenhang mit dem Lokschuppen gebraucht. Der Magistrat wolle den Abriss oder den Zusammenbruch des Lokschuppens, der unter Denkmalschutz steht, hatte er erklärt.

Wer die demokratisch gewählten Mitglieder des Magistrats mit den Machthabern eines Unrechtsregimes vergleiche, „in dem die Menschenrechte seit Jahrzehnten mit Füßen getreten werden, kann für uns kein Gesprächspartner mehr sein“, stellt Groß nun fest. Eine Entschuldigung von Verschuer und des Vereins Industriedenkmal Bahnhof Bebra sei fällig. Groß spricht von einer bewussten Verdrehung von Sachverhalten.

Eisenbahnknotenpunkt Bebra im Regiowiki

So habe die Stadtverordnetenversammlung unmissverständlich beschlossen, mit dem Förderverein in Verhandlungen mit dem Ziel einer eventuellen Übereignung des Lokschuppens einzutreten, soweit die Rahmenbedingungen dies zulassen. Insbesondere müssten alle Ideen und Planungen des Fördervereins im Einklang mit dem seit Jahren bestehenden Realisierungs- und Finanzierungsvertrag zur Modernisierung des Bahnhofs stehen, teilt Groß mit.

Die vom Verein geforderte Umplanung der vertraglich festgelegten Wegeführung am Lokschuppen habe Kosten in fünfstelliger Höhe zur Folge. Jeder Cent davon müsse von der Stadt übernommen werden. Dies habe die DB AG mitgeteilt. „Von den zusätzlichen Baukosten möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht sprechen“, stellt Groß fest. „Abgesehen davon, dass mir völlig schleierhaft ist, wie der Verein diese Mittel aufbringen will.“ Ein wasserfester Finanzierungsplan liege dem Magistrat bis heute nicht vor. Durch eine geänderte Zuwegung werde das Konzept des barrierefreien Zugangs zeitlich erheblich verzögert und beträchtlich verschlechtert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Der barrierefreie Zugang aber sei der Kern- und Angelpunkt des Konzeptes.

Der Abriss des „Deutschen Hauses“ sowie der Krempe und anderer Gebäude beruhten auf Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung, die wiederum auf langjährigen Planungen, an denen auch die Bürgerschaft beteiligt war. „Demzufolge gilt der ungeheuerliche Vergleich mit den Taliban auch diesen ehrenamtlich tätigen engagierten Bürgern“, erklärt Groß. (ank)

Quelle: HNA

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