Beobachtungsbunker ergänzt die Ausstattung des Grenzlehrpfades bei Obersuhl

Grenzsituationen erleben

Baggerfahrer Helmut Klatt und Vorarbeiter Klaus Stein vom Bauhof der Gemeinde Gerstungen stellen den Beobachtungsbunker an der Station 6 des Grenzlehrpfades auf. Foto: nh

Obersuhl. Der Grenzlehrpfad Obersuhl, 2009 feierlich übergeben, erhält ein neues Ausstellungsstück. Ein Beobachtungsbunker aus Betonfertigteilen wurde kürzlich an der Station 6 des Lehrpfades an der Bahnlinie bei Obersuhl/Gerstungen aufgestellt.

Somit können Besucher nunmehr an dieser Station neben dem Bunker drei Informationstafeln, einen Beobachtungsturm, eine Grenzmeldenetzrufsäule, eine Grenzsäule und Reste von Grenzsperranlagen (Metallgitterzaun, befestigter Kraftfahrzeugsperrgraben mit „Höckersperren“, Spurensicherungsstreifen und befestigter Kolonnenweg) besichtigen.

Zur Vorgeschichte: An der Bahnlinie Bebra - Eisenach bei Obersuhl stand in den 1980er- Jahren ein Beobachtungsbunker aus Betonfertigteilen (BBu). Dieser BBu, eingebunden im nördlichen Abgrenzungszaun der Bahnlinie, diente zur verdeckten Beobachtung. Im Zuge der Bauarbeiten an der Bahnstrecke Anfang der 1990er-Jahre wurde der Bunker jedoch entfernt. Nach der Wende erwarb die „Robert Bosch Fahrzeugtechnik Eisenach GmbH“ das ehemalige Ausbildungsgelände des Grenzausbildungsregiments 11 Eisenach auf dem Wartenberg. Dort war auch eine „Übungsgrenze“, aufgebaut.

Schutz vor Abriss

Erst kürzlich wurde der Beobachtungsturm aus quadratischen Betonfertigteilen abgerissen. Bevor dies auch mit den Bunkern geschieht, musste gehandelt werden. Silvio Liebchen aus Ifta, Hans- Karl Gliem, Karl Schöppner (Geschichtsverein Wildeck) und Werner Hartung (Bürgermeister der Gemeinde Gerstungen) nahmen Verbindung mit der Firma Bosch Eisenach auf. Eine Genehmigung zum Abholen der Bunkerteile ließ auch nicht lange auf sich warten, schließlich handelt es sich ja um ein Projekt, das die deutsch - deutsche Geschichte aufarbeitet, so Scheuch. Das Abholen und Aufstellen des Bunkers wurde von Mitarbeitern des Bauhofes der Gemeinde Gerstungen übernommen.

Hans-Karl Gliem: „Der Grenzlehrpfad Obersuhl/Gerstungen wird durch den Beobachtungsbunker weiter aufgewertet. Viele Besucher können die besondere Grenzsituation der hessischen Gemeinde Wildeck und der angrenzenden thüringischen Gemeinden Gerstungen, Berka/Werra, Dippach, Dankmarshausen und Großensee erleben. Wer anschließend das Grenzmuseum besucht, gewinnt weitere Eindrücke von derunmenschliche innerdeutsche Grenze, wie sie von 1945 bis 1989 bestand. „Geschichte zum Anfassen“, das bietet der Grenzlehrpfad und das Grenzmuseum dem Besucher in wohl einmaliger Weise. Dies bestätigten mir auch ehemalige DDR-Grenzer.“ (red) Hintergrund links

Quelle: HNA

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