Gold jetzt beim ersten Mal

Deutsches Sportabzeichen mit neuen Regeln: Gold jetzt beim ersten Mal

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Sportsmann: Bernard Meyer ist Sportobmann in Rotenburg und kennt sich mit den neuen Regeln für das Sportabzeichen aus.

Rotenburg. Höher, schneller, weiter: Seit diesem Jahr gelten für das Deutsche Sportabzeichen neue Regeln. Einer, der sich damit auskennt, ist Bernard Meyer. Der 64-Jährige ist Sportobmann in Rotenburger und verhilft jeden Sommer über 100 Hobby-Sportlern zu den Abzeichen in Gold, Silber oder Bronze.

Vor der Änderung des Deutschen Olympischen Sportbundes bekamen Hobby-Sportler das Goldene Abzeichen nur, wenn sie die Prüfung fünf Mal erfolgreich wiederholt hatten. „Nun werden Bronze, Silber und Gold nach eine Punktesystem vergeben“, sagt Meyer.

An der Sandgrube erklärt der Rotenburger das neue System: Statt mit dem Maßband die genaue Weite zu messen, zeigen sechs bunte Hütchen drei Zonen an. „Je nachdem wo der Springer landet, werden Punkte von eins bis drei verteilt“, sagt Meyer. Die Anforderungen an die Hobby-Sportler sind weiterhin nach Alter und Geschlecht aufgeteilt. So werden die bunten Hütchen je nach Springer in anderen Abständen in der Sandgrube aufgestellt.

Neu ist außerdem die Aufteilung der Prüfung in vier statt fünf Kategorien: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. „Das Schwimmen muss jetzt nur noch alle fünf Jahre absolviert werden“, sagt Meyer. Weitsprung aus dem Stand, Medizinballwerfen sowie ein Dauer-Geländelauf über zehn Kilometer sind nun Teil des Sportabzeichens. Die neuen Disziplinen Geräteturnen und Seilspringen fallen ungeübten Sportlern besonders schwer, weiß der Obmann. „Zum Üben gebe ich den Leuten deshalb schonmal ein Seil mit nach Hause“, sagt Meyer. Er und die acht Übungsleiter helfen den Hobby-Sportlern außerdem beim Erstellen eines Trainingsplan. Der Obmann rät, sich erst in den Kategorien prüfen zu lassen, in denen man gut ist. „Für die Schwachdisziplin hat man dann noch den ganzen Sommer Zeit zum Trainieren“, sagt der 64-Jährige.

Die Änderungen vom Deutschen Olympischen Sportbund findet Meyer gut: „Das Sportabzeichen war nichts Besonders mehr.“ So konnten vor der Reform auch weitestgehend untrainierte Hobby-Sportler das Abzeichen machen. Nun sei das nicht mehr so einfach. „Wer jetzt das Sportabzeichen schafft, kann stolz auf sich sein“, sagt Meyer. Er selbst macht das Abzeichen jedes Jahr aufs Neue.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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