Gleich mehrere Ärzte in Bebra suchen einen Nachfolger

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Bebra. Um die künftige medizinische Versorgung in Bebra sorgen sich zurzeit viele in der Eisenbahnerstadt: Gleich mehrere Hausärzte wollen ihre Praxen aufgeben und suchen Nachfolger.

Zum 1. April verlässt der Internist Dr. Andreas Prager Bebra, um in Hannover zu arbeiten. Der Allgemeinmediziner Dr. Ernst-Ludwig Rehs hat gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass er spätestens Ende September seine Tätigkeit in Bebra beendet.

Auch der Internist Ulrich Kamprath wird im Zusammenhang mit Schließungsplänen immer wieder genannt. Er wird aber noch fast drei Jahre praktizieren. Zum Jahresende 2017 werde er aufhören, sagte er auf Anfrage. Er bemühe sich um einen Nachfolger, habe aber wenig Hoffnung.

Die angekündigte Schließung der Praxis Pragers zum April beunruhigt die Menschen in Bebra ganz aktuell. Prager (47) geht nach Hannover, um dort mit vier Kollegen in einer großen Gemeinschaftspraxis zu praktizieren. Diese sei auch akademische Lehrpraxis, erklärte Prager gegenüber unserer Zeitung.

Dr. Lechowicz macht weiter 

Pragers Lebensgefährtin, Dr. Izabela Lechowicz, die mit ihm gemeinsam in der Bebraer Praxis tätig ist, wolle vorerst mit einem halben Kassenarztsitz in Bebra weitermachen, damit die Versorgung der Patienten gesichert bleibe. Die Kassenärztliche Vereinigung müsse dem aber noch zustimmen. Lechowicz ist wie Prager hausärztlich tätige Internistin. Die Suche nach einem Nachfolger für die Praxis laufe, sagte Prager.

Alle Ärzte sind bemüht, ihre Praxen nicht zu schließen, sondern an Nachfolger zu übergeben. Auch bei Pragers Kollegen Rehs, der demnächst 64 Jahre alt wird, laufen Gespräche um eine Nachfolge. Es sehe nicht schlecht aus, erklärte Rehs. Die Bedingungen für eine Niederlassung hätten sich mit der Neuordnung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes verbessert.

Zwei Städte bilden Einheit 

Rehs weist aber darauf hin, dass Rotenburg und Bebra für die Kassenärztliche Vereinigung eine Einheit bilde, die bisher als überversorgt gilt. Künftig werde von den Patienten mehr Mobilität erwartet.

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Quelle: HNA

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