GlasBlasSing-Quintett begeistert mit außergewöhnlichem Spektakel in Ellis Saal

Tolle Töne mit ollen Pullen

Sehens- und hörenswert: von links David „Möhre“ Möhring, „Fritze“ Lubert, Jens „Peter“ Tangermann, Andreas „Endie“ Lubert und Frank Wegener . Foto:  Apel

Weiterode. Ganz schön was geblasen bekam das Publikum am Freitagabend beim Kultursommer Nordhessen in Ellis Saal. Auf Flaschen aus Glas und Plastik. Und auf Instrumenten Marke Eigenbau, auch aus Glas und Plastik.

Das GlasBlasSing-Quintett ist da. Einer nach dem anderen kommt auf die Bühne und entlockt immer mehr Flaschen immer mehr Töne. „Volle-Pulle-Flaschenmusik XXL“ steht auf dem Programm. „Nimm ein paar olle Pullen und bau dir eine Cokecaster-Flaschengitarre, ein Jägermeister-Flachmanninof-Xylophon, ... dann macht es richtig Bumm, wenn man mit der grünen Perrier-Keule draufhaut!“, erklärt Peter. Er ist einer von fünf in Berlin lebenden Harzer Jungs, die irgendwann auf die Idee gekommen sind, unterschiedlichen Flaschen Töne zu entlocken. So, dass herrlich echte, alte, neue, aber auch schräge Stücke herauskommen - so, dass es einfach nur toll klingt und zum Mitmachen einlädt.

Die Fünf blasen nicht immer panflötengleich. Schon gleich zu Beginn geht’s unheimlich rhythmisch zur Sache, bekommen zwei von zwei anderen eins auf den Bauarbeiterhelm. Schnell ist das Publikum begeistert. Auch von den pfiffigen, manchmal ein wenig an Songs der Leipziger Musikgruppe „Die Prinzen“ erinnernden Eigenkompositionen, in denen das Quintett („Ich geh durch die Welt und hab so viele Fragen“) darüber nachdenkt, wie viele Schwalben ein Sommer braucht und ob Schimmelkäse nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum weiterschimmelt.

Aber auch, ob ein „Nasenpiercing-Girl“ nicht besser auf ihren „Chrom-Popel“ verzichten sollte. Beim Flaschenwechseln geben sie Witzchen zum Besten, und sie vermitteln, dass man im sachsen-anhaltischen Harz nicht sächselt, sondern „harzt“: Dass man eine „Jörke“ isst, „Försisch-Körsch-Aas“ leckt und „Ooren und Orrn“ hat.

Popcorn geploppt

Und dann sind da noch der Uralt-Hit „Popcorn“, den die Jungs glasklaren Flaschen entploppen, und das Hoch auf die 0,3-Liter-Longneckflasche in grün: „Mein kleines grünes Fläschchen….. hollari, hollari, hollaro!“ Natürlich geht es nach Riesenbeifall nicht ohne Zugaben ab. Die Jungs hätten noch viel mehr Publikum verdient.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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