Jörg Knör begeisterte bei seinem Auftritt in Ellis Saal mit glänzenden Parodien

„Gibt es auch Sontra forte?“

Bissig und schlagfertig: Knör konstruiert ein „Weiterode“-Kreuzworträtsel. Foto: zmy

Weiterode. Das Publikum macht es ihm nicht ganz leicht. Die Damen in der ersten Reihe im mit knapp 300 Besuchern fast ausverkauften Ellis Saal wollen dem Comedian Jörg Knör ihre Vornamen nicht verraten, und die Zuschauer bestehen hartnäckig darauf, dass Knör heute nicht, wie von ihm angenommen in Bebra, sondern im Ortsteil Weiterode zu Gast ist.

Eine Vorlage für Jörg Knör. Nachdem er von der schlechten Laune berichtet hat, die die fehlende zweite Klasse im Cantus-Zug auf dem Hinweg in ihm ausgelöst hat, macht er sich mit den Ortsnamen der Region vertraut und teilt allem Lokalpatriotismus des Publikums zum Trotz offensiv und schlagfertig aus: „Sontra“ klingt für Knör wie eine unbekannte Medizin. „Gibt es auch Sontra forte?“

Das Publikum würdigt den flotten Witz des Kölners mit vielen Lachern und Applaus.

So mancher bekommt heut’ Abend seine Packung ab: Ob die reichen Frauen auf dem Düsseldorfer „Boulevard de Botox“, der tänzelnde Fernsehjuror Bruce Darnell, Schlagersänger Karel Gott („der da in seiner Sozialwohnung in Prag“) oder, wieder mal als bissige Anspielung auf die ländliche Gegend gedacht, seine Unterkunft vor Ort: „Anderthalb-Sterne-Klitsche!“ Dazwischen mischt Knör Gags mit viel Wortwitz, gern auch schlüpfrig und vor allem derb: „Der häufigste Grund für die Scheidung ist die Heirat.“

Glänzend sind Knörs Parodien. Schlagartig verwandelt er sich in einen heiser jammernden Papst Benedikt, der zusammen mit Howard Carpendale, Reiner Calmund, Helmut Schmidt oder der englischen Queen auf das vergangene Jahr zurückblickt.

Als Jopi Heesters bietet er dem lieben Gott im Himmel das Du an - „weil ich ja der Ältere bin“, und Inge Meysel verschluckt fast ihr Gebiss beim Versuch, das Wort „Ronshausen“ auszusprechen.

Am Schluss, nach dem frenetisch umjubelten Auftritt von Rockstar Udo Lindenberg, wieder gekonnt parodiert, erlöst eine der Damen in Reihe eins den Künstler schließlich und verrät, mit wem Knör über drei Stunden lang zu flirten versucht hat: Christine.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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